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PRINZ unterwegs: Angel Olsen Live im Haus 73

Angel Olsen ist zur Zeit mit ihrem aktuellen Album unterwegs. PRINZ war bei ihrem Konzert im Haus 73 und hat sich ihre Show mal genauer angesehen! Hier unser Konzertbericht.



Gut gefüllt war der Keller des Haus 73, neuerdings “Kleiner Donner” genannt, sowohl mit Menschen als auch mit ihren Erwartungen, denn Angel Olsen hat “Burn your Fire for No Witness” ein wirklich grandioses neues Album abgeliefert.

Während das neue Album sehr akustisch, reduziert und dennoch unheimlich dicht daher kommt, hatte die Frau aus Missouri eine ganze Band mitgebracht, mit der sie zunächst auch zeigte, wo ihre Wurzeln stecken. Denn im Gegensatz zum zarten Singer/Songwriter der letzten Alben war das Konzert fast laut, aufgedreht, irgendwo im Südstaaten-Country verortet. Und trotz des “Lärms” fehlte eben dann doch diese Dichte. Was man sehen und hören konnte war eine klassische Band, die Songs spielt. Nicht so sehr das faszinierende Zusammenspiel und das raffinierte Arrangement. Dazu eine Sängerin, die ihre Songs fast schon herunter spult. Kein Charme, auch nicht solcher, der sich aus einer süßen Schüchternheit heraus ergibt. Und so waren auch die Meinungen danach mehr durchwachsen als positiv. Man sprach von “Authentizität” statt von “Größe”, von “Unterkühlung” statt von „Wärme“. Das einzige jedoch, was uns authentisch erschien, war die Tatsache dass Angel Olsen (übrigens ihr echter Name) ohne Zugabe von der Bühne ging. Begeisterungsstürme hatte sie ohnehin nicht ausgelöst. Dabei war es nicht so, als sei gar kein Funke übergesprungen, es war nur zu selten. Zum Beispiel, als sie solo “Unfucktheworld” vortrug, den grandiosen Opener des neuen Albums. Oder bei den weiteren, ebenfalls ohne Band vorgetragenen Stücken. Aber es war eben viel zu wenig und beweist schlussendlich vor allem, dass der Amerikanerin einer der besten Songs des (allerdings noch jungen) Jahres gelungen ist.

Und so bleibt Enttäuschung. Denn auch, wenn wir auf hohem Niveau jammern hatten wir uns so viel mehr erhofft. Es hätte ein sensationelles Konzert sein können. Es war lediglich ein gutes.


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