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PRINZ-Test: Otto’s Burger in St. Georg

So viele Italiener, Inder und Portugiesen – aber nur einen richtigen Burgerladen. Keine Frage: Bei Otto’s Burger werden die besten Hamburger St. Georgs gebraten.



Der Koch Otto Kuasw soll 1891 der erste gewesen sein, der den hungrigen Seemännern am Hafen ein Filetsteak zwischen zwei gerösteten Brotscheiben verkaufte – und damit den Hamburger erfand. In seiner Heimat erlebt der Burger gerade eine kleine Renaissance. In Restaurants wie der Bullerei oder The Burger Lab wird das zu unrecht als Fast Food verpönte Gericht bereits wie eine Delikatesse zubereitet. Seit März 2014 haben die beiden noch einen Konkurrenten mehr: Otto’s Burger – benannt nach dem Hamburger Erfinder – in St. Georgs Langer Reihe.  

Das Ambiente

Von den Holzbänken vor dem Eingang, die durch eine schmale Sonnenmarkise geschützt werden, hat man einen hervorragenden Blick auf das bunte Publikum, das über die Lange Reihe flaniert: junge Mütter mit Kinderwagen, alternde Punks und allerlei Hipster. Rund 20 Gäste finden hier draußen Platz. Drinnen ist „Otto’s Burger ebenso minimalistisch wie rustikal eingerichtet. Ein paar Holztische und Stühle, die den Charme eines Klassenzimmers ausströmen, an einer schwarzen Tafel hängt in weißen Buchstaben das Menü und von der Decke baumeln kunstvoll geschwungene Glühbirnen. Alles funktional, alles sauber, aber klar ist auch: Otto’s Burger ist kein Restaurant sondern ein Imbiss, in dem das Essen im Vordergrund steht.    

Das Essen

Das Essen bestellt man an der langen Holztheke. Acht Burger stehen auf der Speisekarte, darunter Klassiker wie der Cheeseburger und der Chicken Burger, doch es gibt auch ausgefallene Variationen, zum Beispiel den Mushroom Burger mit Portobella Champignons und Kräuterbutter für Vegetarier oder Salate wie den großen Sommersalat. „Bist du hungrig? Dann nimm den BBQ Bacon!“ empfiehlt der junge Besitzer hinter der Holztheke. Gesagt, getan. Ein Koch mit einer imposanten Afro-Frisur schmeißt mein Stück Rindfleisch auf den Grill.

Keine zehn Minuten später sind Burger und French Fries fertig. Der Besitzer hat Recht: die Portion ist fair, nicht so groß, dass man sich überfrist, aber verhungern muss man auch nicht. Das Fleisch ist saftig, der Speck nicht zu fettig und die BBQ-Sauce gerade so dick aufgetragen, dass sie das Brot nicht ertränkt. Und sollte doch einmal etwas daneben gehen, steht ja zum Glück auf jedem Tisch ein Serviettenspender.

Das Brot kommt übrigens genauso wie das Fleisch, der leckere Krautsalat und alle anderen Produkte aus Hamburg und der näheren Region: Die rauchige Mayonnaise wird sogar direkt im Laden hergestellt. Lokale Händler zu fördern, das ist ein Grundprinzip des familiengeführten Ladens.  

Fazit

Freundlicher Service, saftige Burger, faire Preise – nur die mangelnde Atmosphäre des Ambientes verhindert die Bestnote. Genau dafür gibt es ja jetzt im Grindelviertel die zweite Dependance von Otto’s Burger, komplett mit Cocktailbar und mehr als 30 Craft Beers.

4/5 Sterne


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