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Neu entdeckt: Kaalia

Atmosphäre wie zu Hause auf dem Sofa und Essen wie im Edel-Restaurant. Das neue Street Cuisine Restaurant kaalia verbindet gemütlichen Flair mit erstklassiger Küche.




Es ist einer dieser Läden in Uni-Nähe, an denen Nachbarn unaufmerksam vorbeihuschen, weil Besitzer und Fast-Food-Variante gefühlt jedes Jahr wechseln und sich das Anhalten einfach nicht lohnt. Doch im Fall des neueröffneten Restaurants kaalia in der Rentzelstraße, lassen sich Nachbarn da einiges entgehen – und zwar Street Cuisine auf höchstem Niveau (meist mit indischem Einschlag), hervorragende Weine und eine Atmosphäre wie bei guten Freunden.

Das Ambiente

 

Dank der offenen Küche werdet ihr schon beim Betreten des winzigen Restaurants von multikulturellen Aromen empfangen. Curry, Ingwer, Schokolade – je nachdem welcher Gang gerade zubereitet wird. Gemütliche Holztische, liebevoll dekorierte Wände und individuell designte Salatschüssel-Hängelampen sorgen für ein behagliches Feeling, die Großmama-Vitrine, in der die Weingläser aufbewahrt werden, macht den Raum sogar richtig heimelig. Das totale Wohnzimmergefühl bekommt ihr aber dank der Gastfreundschaft von Koch Ulf und seiner Freundin Wiebke. Dass die beiden das Restaurant aus Leidenschaft aufgemacht haben, merkt man sofort, spätestens aber dann, wenn Ulf einem erzählt, auf welchem Abschnitt ihrer Indien-Reise er das Rezept für den aktuellen Gang aufgeschnappt hat oder wenn Wiebke von den Bananen-Noten im Wein schwärmt.

Das Essen

Die kleine aber feine Karte wechselt regelmäßig – der Großteil der Speisen hat ihren Ursprung aber eindeutig in Indien. So zum Beispiel der Mittagstisch-Klassiker – die Hot kaalia Roll mit Käse, Tomaten, Koriander und Zwiebeln (um 10€), oder das vegetarische Rote Beete Kalimirch in Pfeffersauce (unten, um 17€), das die zwei aus Punjab mitgebracht haben. Wer es gerne ein bisschen schärfer mag, der ist hier genau richtig, denn Ulf schwört auf Authentizität. 

Sein Kalimirch hat daher mehr Biss als das Masala beim Asia-Mann an der Ecke. Es ist aber alles durchaus auch für einheimische Gaumen zu genießen. Besonders, weil man in jedem Bissen die Liebe zum Detail schmeckt. Nicht nur die Gerichte, auch Brot, Saucen und Dips kommen alle aus eigener Herstellung. Für wen indisch dann doch etwas zu ungewohnt ist, für den greift Ulf gerne auf seine Wurzeln zurück.

Gelernt hat er nämlich in einem französischen Restaurant. Darum steht neben den Leckerbissen vom Subkontinent zum Beispiel auch Lammrücken auf Fruchtknödel auf der Karte (um 22€). Dazu gibt es einen Jus aus Tomaten und Oliven, die erst karamellisiert und dann mit Vanille und Bratensauce abgelöscht werden. Ein Genuss, auch weil das Fleisch butterzart und auf den Punkt gegart ist. Wer zum Schluss noch Platz hat (oder sich, wie wir, einfach nicht beherrschen kann), der kann den Magen mit einer exquisiten Käseauswahl schließen oder ihn mit einem extra schokoladigen Schokoküchlein (um 6€) verwöhnen. Tipp: Wiebke weiß bei ihrer Weinauswahl, wovon sie spricht. Vertraut euch ihr also ruhig an und lasst euch den perfekten Wein zum Dinner empfehlen. Wenn ihr euch partout nicht entscheiden könnt, greif einfach auf den Hauswein zurück. Mit dem will das kaalia nämlich schon gleich eine Ansage machen, erklärt Wiebke auf Nachfrage: Wenn der Hauswein schon so lecker sei, wie gut müssen dann erst die anderen Weine sein? Sehr gut – stellen wir beim Durchprobieren fest. Ein Glück, dass wir Zeit für mehrere Gänge (und Weine) mitgebracht haben.

Fazit

Von PRINZ gibt’s für diese Neuentdeckung eine uneingeschränkte Empfehlung. Auch auf die Gefahr hin, dass wir in Zukunft wegen überhöhtem Andrang auf die wenigen verfügbaren Plätze Wochen im Voraus reservieren muss. Euch diesen Genuss vorzuenthalten, bringen wir einfach nicht über’s Herz.

PRINZ-Bewertung: 5/5 Sternen

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