11 °C So, 26. Mai 2019 Uhr
Prinz.de  /  Gastro  /  PRINZ-Test: Luncheonette

PRINZ-Test: Luncheonette

Seit letztem Jahr liegt ein Teil von Brooklyn in Ottensen: Im New-York-Deli Luncheonette gibt’s Brunch, Kaffee, Burger und leckere Cheese-Sandwiches. PRINZ hat’s getestet.

Burgerläden waren gestern, der neuste Trend heißt Deli: kleine, entspannte Restaurants für die schnelle Stärkung in der Mittagspause, nach der Arbeit oder zwischendurch. Seit Mai 2014 gibt es so etwas auch in Ottensen. In der Luncheonette kann man ein Stück Brooklyn erleben, mit Sandwiches, Steak, Tortillas, veganem Kuchen und einer großen Brunch-Auswahl inklusive Pancakes.

Wenn man es genau nimmt ist die Luncheonette eine Mischung aus Bistro und Café. In dem mit 90 Quadratmetern relativ kleinen Laden gibt’s regionalen Kaffee aus einer stylischen Maschine, Sandwiches im Korb oder Potato Wedges in der Schale, als Fingerfood ohne Besteck. Gesessen wird auf Holzstühlen oder -bänken an großen Holztischen, gebaut aus alten Gerüstbohlen, die nach 20 Jahren auf dem Bau aufgearbeitet wurden. Über der weiß-gekachelten Theke hängen dezent farbige 20er-Jahre Art-Deco-Lampen an industriellen Eisenrohren. Eine prädestinierte Kulisse für hübsche Instagram-Fotos. 

Auf der Karte stehen typische New-York-Deli-Gerichte wie das Grilled Cheese Sandwich (7€), Philly Cheese Steak (10,90€), Quesadillas (9,50€) oder Burger (7,90€). Am Wochenende bekommt man von 10 bis 15 Uhr ein „Brooklyn Boozy Brunch“ und steht vor der schwierigen Entscheidung: Blueberry Pancakes (8,50€), French Toast (7€) oder doch lieber ein Big Breakfast (8,90€) mit Spiegel- oder Rührei, Schinken, hausgemachten Potato Wedges, Grilltomate, Black Beans und Toast? Bei allem was hier zubereitet wird, legen die Betreiber stets Wert auf regionales Handwerk: Wenn möglich sollen Zutaten aus der Umgebung verwendet werden.

„Ein Klassiker ist das Grilled Cheese Sandwich“, erklärt die freundliche Bedienung nach einer ausführlichen Beratung. Das Besondere daran: Es werden nicht einfach die simplen Toastscheiben aus dem Supermarkt zusammengeklappt; serviert wird stattdessen ein selbstgebackenes Sauerteigbrot, belegt mit reichlich Avocado, Rucola, Käse und einer Creme aus Harissa, Sauerrahm und Majo.

Dank der leckeren aber überaus dicken Brotscheiben und dem großzügigen Belag ist das Sandwich so groß, dass man beinahe Probleme hat, es in den Mund zu schieben. Mangels Besteck entpuppt sich das Essen als etwas unelegant, dem guten Geschmack tut das aber keinen Abbruch.

Fazit: Frisch zubereitetes Essen, dazu einen leckeren Espresso in hipper Atmosphäre: Hier kann man es sich gutgehen lassen. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht.

PRINZ-Bewertung: 4/5 Sterne