Gerade in den Großstädten ist der Autoverkehr dicht und nicht selten kompliziert. Davon können auch die Hamburger Autofahrer sprechen, denn neben Staus und Großbaustellen haben sie auch noch mit einer Dieselfahrverbotszone zu kämpfen. Doch auch neben diesen Problematiken gibt es im Straßenverkehr ausreichend Stolpersteine und Fallen. Wer weiß schon auf Anhieb, was alles benötigt wird, um auf einem Behindertenparkplatz zu parken? Oder wer weiß, wie es rund um Elektrofahrzeuge aussieht? PRINZ hat sich mit einigen der Neuerungen im Jahr 2019 befasst und erklärt, was es mit ihnen auf sich hat. 

Fahrverbote in vielen Städten 

Hamburg ist nicht allein das Tor zur Welt, es ist auch die deutsche Stadt mit der ersten Dieselfahrverbotszone. An diesem Thema kam in den vergangenen Monaten niemand vorbei und noch immer wird es kontrovers diskutiert. Bringt es etwas, wenn, wie in Hamburg, zwei Straßen gesperrt werden, die Dieselfahrzeuge dafür aber über andere Straßen umgeleitet werden? Und was ist mit den gerichtlich erlaubten, doch unklaren Verboten in anderen Städten? Immerhin droht im Ruhrgebiet eine Autobahn teilweise gesperrt zu werden. Nun, wer einmal die A40 nutzte, der wird sich vermutlich fragen, ob eine Dieselsperrung so unterschiedlich vom Stillstand ist, der sonst auf der oftmals aufgrund von Baustellen teilgesperrten Bahn ist. Aber wie sieht der Stand aktuell aus? Ein Überblick: 

Hamburg: hier gibt es die aktuell einzige aktive Verbotszone, doch könnte es sein, dass das Verbot im Senat gekippt wird. 

Köln: hier könnte es eine komplette Dieselfahrverbotszone ab April geben. Im Herbst könnten diese Wege auch für Diesel mit Euro 5 gelten.

Stuttgart: seit Anfang des Jahres ist eine Fahrverbotszone aktiv, die für Euro 4 gilt. 

Berlin: aktuell gibt es Sperrzonen in elf Abschnitten, doch wäre es möglich, dass auch die Stadtautobahn teilweise gesperrt wird. 

Essen: in 18 von 50 Stadtteilen werden Verbotszonen ausgesprochen, darunter auch das Teilstück der Autobahn. 

Aber was geschieht eigentlich, wenn ein Fahrer doch die für sein Fahrzeug gesperrten Strecken nutzt? Autofahrer müssen in dem Fall mit einer Strafe rechnen. Bußgeldkataloge zeigen 80,00 Euro an, allerdings gibt es bislang keine einheitliche Regelung und die Kontrolle der Fahrzeuge ist freilich kompliziert, wobei hier von Ideen zu neuen Plaketten bis hin zur Videoüberwachung gesammelt werden. 

Vielseitige Änderungen bei Elektrofahrzeugen 

So mancher Autofahrer ist bereits auf das E-Auto umgestiegen, andere überlegen es sich. Angesichts des Fahrverbot-Chaos ist der Umstieg tatsächlich überlegenswert, zudem gibt es angenehme Steuervorteile für diese Fahrzeuge: 

Steuervorteile: Elektrofahrzeuge können bei der Nutzung als Dienstwagen nun anders berechnet werden. Wird die 1-Prozent-Regelung angewendet, gilt der inländische Listenpreis des Fahrzeuges als Maßgabe. Hinzu kommt die Sonderausstattung. Zugleich wird ein Abzug vom Listenpreis gewährt, der gestaffelt ist. 

Förderung: die Anschaffung des Fahrzeugs wird allgemein gefördert. Der sogenannte Umweltbonus beträgt bei reinen Elektrofahrzeugen 2.000 Euro.

Kfz-Steuer: sie ist deutlich niedriger als bei üblichen Autos, zumal bei neuen Autos eine vollständige Steuerbefreiung von zehn Jahren gilt.

Was viele Fahrer, selbst wenn sie ein Elektroauto besitzen, nicht wissen, ist, dass sie auch im Alltag Vorteile genießen: 

Parkgebühren: sie sind günstiger als die für gewöhnliche Fahrzeuge. 

Parkplätze: es gibt immer mehr Parkplätze, die rein für E-Autos nutzbar sind. Die Parkplätze sind zudem mit Ladestationen versehen. 

Busspur: E-Autos dürfen auf den Busspuren fahren. 

Um besondere Regelungen für E-Autos umzusetzen, ist gerade im Gespräch, ein neues Kennzeichen für die Fahrzeuge zu erschaffen. 

Die Kraftstoffkennzeichnung wird vereinheitlicht

In Frankreich ist es schon geschehen, Deutschland zieht in diesem Jahr nach. Viele Autofahrer kennen das Problem, dass die Kraftstoffe an Tankstellen unterschiedlich heißen und so manch einer griff versehentlich schon zum falschen Zapfhahn. Dem soll ein Riegel vorgeschoben werden: 

Symbole: auf den Zapfsäulen müssen Symbole angebracht werden. Für Benzin wird ein rundes Symbol mit einem E plus einer Zahl genutzt, also beispielsweise E5. Diesel wird mit einem rechteckigen Symbol und einem B versehen. Die Zahl hinter dem B gibt Aufschluss über den Biodieselanteil. 

Die Regelung gilt europaweit und wird sich in einem passenden Symbol an der Tankklappe des Fahrzeuges widerspiegeln. Die Fehlbetankung soll so vermieden werden.

Erstzulassungen sind bald online möglich

Immer mehr Städte und Kommunen stellen die Behörden auf das »Neuland« um. Das bedeutet auch, dass immer mehr Behördengänge virtuell erfolgen sollen können. Künftig sollen beispielsweise Erstzulassungen von Fahrzeugen über das Internet möglich sein. Die Voraussetzungen: 

Personalausweis: der Halter benötigt einen neuen elektronischen Personalausweis für die Ummeldung. Wer kein eigenes Lesegerät besitzt, kann dafür die AusweisApp nutzen. Andere Möglichkeiten sind in Planung. 

Kennzeichen: das muss natürlich noch bestellt werden. Dies kann vorab unter der Reservierung der Buchstaben-Zahlenkombinationen geschehen. Plaketten werden per Post nach der Anmeldung versandt. 

Girokonto: die Steuer wird nur per Lastschrift gezahlt, daher sind diese Daten notwendig. 

FIN: die Fahrzeugidentifikationsnummer muss mitgeteilt werden. 

Versicherung: die elektronische Versicherungsbestätigung ist notwendig. 

Wichtig ist, dass die Neuanmeldung bislang noch nicht überall funktioniert oder angeboten wird. Erst künftig sollen alle Ämter auf das Verfahren umstellen, vermutlich wird es auch erst dann eine einheitliche Regelung geben. 

Mauterhöhungen im Ausland und für Lkw

Für Lkw sind die Mautsätze auf deutschen Straßen bereits gestiegen, aber auch deutsche Autofahrer wird es interessieren, wie teuer der Urlaub in diesem Jahr wird. Aktuell gilt: 

Frankreich: die Maut richtet sich nach dem Fahrzeug und der jeweiligen Straße, da das Straßennetz von verschiedenen Unternehmen gepflegt wird. Da nach gefahrenen Kilometern abgerechnet wird, kann kein genauer Betrag genannt werden. 

Österreich: es gibt die Vignetten für zehn Tage, zwei Monate und ein Jahr. Pkw, Gespanne und Wohnmobile werden getrennt berechnet. Die Kosten liegen bei 9,20 Euro bis zu 89,20. Motorräder sind etwas günstiger. 

Schweiz: auch das Land arbeitet mit Vignetten. Die Jahresvignette kostet ungefähr 36,50 Euro. 

Fazit – Fahrverbote das größte Übel 

Für Autofahrer sind die möglichen Fahrverbote natürlich besonders heikel, zumal es hier keine klare Regelung gibt. Die anderen Änderungen sind durchaus vorteilhaft. Es darf gehofft werden, dass die Anmeldung über das Internet wirklich schnell flächendeckend möglich ist.