Ein beliebtes Vorurteil über Sie geht so: Zu Konzerten kommen nur Proleten aus Pinneberg, und es gibt zwei Stunden Sauflieder. Stimmt das?
Wie viele Pinneberger kommen, habe ich noch nicht gezählt. Aber wenn wir in München oder Ischgl spielen, sind bestimmt nicht so viele dabei. Meine Band und ich sind mit unserem Publikum sehr zufrieden.

Sie spielen in diesem Monat zum gefühlt 100. Mal im Stadtpark. Wird das nicht langsam langweilig?

Moment mal, wir standen da erst 40-mal auf der Bühne! Ich finde es halt cool, dass wir jedes Jahr den Rekord verbessern: Niemand hat häufiger dort gespielt! Zum 30. Auftritt haben mir sogar Udo Lindenberg und ein paar HSV-Spieler per Video – botschaft gratuliert.

Haben Sie mittlerweile Rituale, bevor Sie auf die Stadtpark-Bühne gehen?

Wir versuchen direkt vor dem Auftritt eine halbe Stunde für uns zu haben. Wir sind dann einfach vom ersten Moment an wacher! Dann trinken wir einen Jägermeister, nehmen uns in den Arm und dann geht es los!

Ihr Konzert findet drei Tage nach dem letzten Relegationsspiel der Bundesliga statt, bei dem sich entscheidet, wer auf- oder absteigt. Wird das vielleicht eher eine HSV-Trauerfeier?
Das glaube ich nicht. Günter Netzer hat gesagt, die Leute beim HSV sollen sich nicht immer alles schönreden. Er hat recht! Ich bin zuversichtlich, dass mein HSV im Oberhaus bleibt. Die Jungs müssen einfach die Punkte holen.

Beim Streit mit Radio Hamburg und Moderator Horst, der Ihre Hymne „Hamburg, meine Perle“ umdichtete, hatte man den Eindruck, Sie wurden bei den Eiern gepackt. Sie kommen ja ursprünglich selbst aus dem humoristischen Lager – warum so verbissen?
War ich doch gar nicht. Das wurde in den Medien so dargestellt, aber ich bin nur einer von vielen Betroffenen. Den Song haben noch drei andere Autoren mitgeschrieben. Die Verlage verwalten die Rechte der Künstler, und die sind verletzt worden.

Aber beleidigt waren Sie schon …
Nein! Es geht darum, dass hier einfach Verlagsrechte verletzt wurden. Ich habe niemandem den Krieg erklärt.

Wurde alles etwas „hochsterilisiert“, um es mit den Worten von Ex-HSV-Trainer Bruno Labbadia zu sagen?
Genau! Dass ich als humorloser Arsch dargestellt werde, ist einfach nur eine Erfindung der Presse.

Wie würden Sie Ihren Frust bewältigen, sollte der HSV wirklich absteigen?
Da mache ich mir keine Gedanken drüber. Der HSV ist wie ein Teil meines Körpers! Okay, er hat mich diese Saison echt physisch belastet. Ich war ein bisschen in Stress und Sorge.

Der HSV ist Teil Ihres Körpers: der große Zeh, die Milz, das Herz?
Ein Teil meines Herzens! Trotzdem fühle ich mich momentan so, als würde ich wieder zur Schule gehen: Ich habe Schiss, dass ich sitzen bleibe.

Wer ist eigentlich Ihr ewiger HSV-Held? Und welcher ehemalige Spieler sollte sich lieber nicht so schnell wieder im Volkspark blicken lassen?
Uwe Seeler ist natürlich der größte Held beim HSV, aber mein persönlicher Hero war Kevin Keegan. Zum zweiten Teil der Frage: Ich bin nicht so der Hater-Typ, aber ich habe darüber geschmunzelt, dass Boubacar Sanogo wieder in die Bundesliga will …