Haben Sie sich gut in Hamburg eingelebt?
Ja, Hamburg ist eine tolle und sehr schöne Stadt, und der nette Empfang beim HSV hat mir den Einstieg hier sehr leicht gemacht. Ich freue mich, dass nun bald auch meine Familie nach Hamburg kommt und wir zusammen die Weihnachtszeit verbringen können. Zuerst werden wir wohl ans Meer fahren, das habe ich meinen Jungs versprochen. In Basel gibt es ja nur den Rhein.

Ihre Söhne sind 5 und 6. Tragen die beiden schon die Raute auf der Brust?

Julius und Benedikt haben mit Fußball überhaupt nix am Hut. Da stehen derzeit noch andere Interessen von Hip-Hop bis Volleyball im Vordergrund. Alle fünf Minuten was Neues …

Sind Sie in der Erziehung Ihrer Kinder so streng wie als Trainer?
Die beiden sind zwar frech, aber ich sehe sie zu selten, um den strengen Elternpart einzunehmen. Das übernimmt meine Frau.

Als ehemaliger Bayern-Spieler dürften Sie an Hamburg nicht nur gute Erinnerungen haben. Stichwort: Weltpokalsiegerbesieger.
Richtig, aber das liegt ja über zehn Jahre zurück. Wir haben 2001 mit dem FC Bayern den Weltpokal gewonnen, ich glaube damit konnten wir damals zufrieden sein. Das 2:1 des FC St. Pauli gegen uns war für die Paulianer ein grandioser Sieg, über den sie sich heute noch freuen. Das ist doch schön.


Ihr Sportchef Frank Arnesen bezeichnete den HSV bei seinem Amtsantritt als schlafenden Riesen. Wie wollen Sie diesen Riesen aufwecken?

Ich glaube doch, das habe ich schon getan. Die letzten Spiele haben gezeigt, dass meine Mannschaft mit Leidenschaft bei der Sache ist und in der Lage ist, den Gegner zu beherrschen. Ich spreche viel mit den Spielern und motiviere sie. Es ist wichtig, dass wir als Team funktionieren.

Wie soll der HSV spielen?
Wir wollen offensiv agieren und das Spiel dominieren. Der Gegner soll auf uns reagieren, nicht umgekehrt. Meine Philosophie lautet: Freude am Spiel und der andauernde Wille zum Sieg.

Am Spielfeldrand tragen Sie stets feinsten Zwirn. Ein TV-Sender hat Sie prompt zum schönsten Bundesligatrainer gekürt …
Ja? Das höre ich heute zum ersten Mal. Ich finde, man muss den Spielern und ihrer Leistung, aber auch den Zuschauern und den Journalisten einen gewissen Respekt entgegenbringen. Außerdem bin ich ja bei der Arbeit, der Bankbeamte steht ja auch nicht in Jogginghose am Schalter.

Im August waren Sie mit dem FC Basel noch in der Champions League aktiv. Abstiegskampf kann nicht Ihr Ziel sein. Wo soll es mit dem HSV hingehen?
Wir haben nun die Abstiegsränge verlassen, das war unser erstes Ziel. Jetzt möchten wir uns Spiel um Spiel weiter nach vorn kämpfen. Welcher Platz am Ende dabei herauskommt, werden wir sehen. Langfristig möchten wir natürlich wieder international spielen. In zwei, drei Jahren wird die Mannschaft so weit sein.

Verraten Sie uns, wie Sie zu Ihrem Spitznamen „Duke“ gekommen sind?

Der Name kommt aus dem Science-Fiction-Film „Die Klapperschlange“ von John Carpenter und gehört eigentlich einem Cyber-Punk. Ich wurde zu meiner Bayern-Zeit so getauft, weil ich ein genauso kerniger Typ war.