Mal ehrlich: Warum soll ich ein Taxi per App bestellen, statt einfach anzurufen?
Die App stellt eine direkte Verbindung zwischen Taxifahrer und Fahrgast her. Das Ganze ist sehr transparent und einfach. Man sieht genau, wo sich ein Taxi befindet und wie es sich nähert, wie beim Countdown. Ich kann den Fahrpreis ermitteln und sogar mein Taxi mit der App bezahlen.

Und wie bist du auf die Idee gekommen?
Mein Partner, Niclaus Mewes, und ich hatten in einer Bar in München schon ein paar Bier getrunken. Die Wirtin hat uns ein Taxi bestellt und gesagt, wir könnten schon mal draußen warten. Wir standen dann geschlagene 20 Minuten im Regen, und der Fahrer war noch unfreundlich. Das hat uns auf die Idee gebracht, dass hier was nicht passt und ein Bedarf da ist.

Ihr habt hier in Hamburg angefangen, warum?
Zum einen, weil wir aus Hamburg stammen. Aber vor allem, weil Hamburg eine interessante Taxi-Struktur hat. Es gibt viele funklose Taxis ohne Zentrale, was den Weg in den Markt einfacher macht. Und wir konnten losgehen und bei den Fahrern an die Tür klopfen und sie von unserem Konzept überzeugen. Außerdem haben wir die FH in Wedel, aus der wir unsere Programmierer rekrutieren. „Die große Götterschmiede“, wie wir sie nennen. Und in Hamburg sind die Mieten zwar relativ hoch, aber es ist auch nicht wahnsinnig schlimm. Fürs Büro an der Elbe haben wir einen ganz guten Deal. Im Haus stehen alle anderen Etagen leer, das hat geholfen.

Und wo fahren die besten Taxifahrer?
Hier in Hamburg natürlich, aber ich fahre nur noch mit den besten Fahrern. Wir haben eine Stamm-Funktion. Ich selektiere und habe mir in jeder unserer Städte Stammfahrer hinterlegt. So habe ich überall die für mich persönlich besten Fahrer.

Und wo ist Taxifahren am spannendsten?
London ist wirklich toll. Die Lenker der Black Cabs müssen jahrelang die Straßen der Stadt studieren, bevor sie fahren dürfen. Und in Thailand ist Taxifahren abenteuerlich, wenn man auf der Vespa sitzt, ohne Helm, und wie wild durch die Stadt gefahren wird.

Was war dein schlimmstes Taxi-Erlebnis?
Angst hatte ich in Südafrika, wo man Touristen abrät, ein Taxi zu nehmen. Ich hab“s doch gemacht, und der Fahrer hielt vor einer Bar an und stieg aus. Keine Ahnung, wo ich war, was ich tun sollte. Zehn Minuten später kam ein anderer Mann aus der Bar und setzte sich ans Steuer. Schichtwechsel, der neue Fahrer fuhr mich dann weiter. Aber ein seltsames Gefühl war das schon.

Und wie geht“s weiter mit myTaxi?
Wir haben so viele neue Ideen, dass wir noch Jahre damit beschäftigt sein werden. Neu ist, dass man jetzt Meilen mit uns sammeln kann. Und nach den mehr als 30 deutschen Städten werden wir die App weiter in Europas Metropolen ausbauen und den Sprung über den großen Teich wagen.

Das Gespräch führte Lars Schmeink