In der Zentralambulanz für Betrunkene (ZAB) schliefen im vergangenen Jahr rund 800 Menschen einen ordentlichen Rausch aus. Stolze 290 Euro kostete jeden von ihnen die Ausnüchterung, egal, wie viele Stunden sie tatsächlich in der Zelle verbracht hatten. Ganz schön viel Geld für eine Übernachtung ohne Frühstück. „Hamburgs teuerstes Hotel“ wird die ZAB deshalb auch scherzhaft genannt – Galgenhumor bestimmt den Ton in der Glacischaussee 2-4. Der Standort scheint gut gewählt, Reeperbahn und Fußballstadion liegen direkt um die Ecke. Tatsächlich werden die Patienten jedoch aus den umliegenden Krankenhäusern hierher gebracht.

„Dom, Hafengeburtstag – solche Veranstaltungen bringen unser kleines Sanitäter- team ziemlich zum Rotieren“, berichtet Peter Braun, Pressesprecher der Hamburger Feuerwehr, der die Zentralambulanz untersteht. Das ist der Alltag. Aber kurz vor Weihnachten verbringen dort immer öfter auch Geschäftsleute, Familienväter, Sekretärinnen die Nacht auf abwaschbaren Matratzen: O du schöne Zeit der Betriebsfeiern! Schrecklich peinlich und abschreckend, finden Sie? So soll’s sein. Vom Kiez aus schneller zu erreichen ist übrigens das Hotel „East“. Hier steigt man fürs gleiche Geld in der XL-Suite ab – samt Wasserbett, wohlgemerkt. roo