Was wird die Hamburger Uni nicht immer gelobt für ihre Kinderfreundlichkeit. Sie hat sogar mal eine Auszeichnung dafür bekommen. Zu Recht, denn neben ihren Vorlesungssälen finden sich Wickelräume, es gibt Beratungsstellen für Familien und den Kinder-Campus, eine Betreuungsstätte, die sich flexibel nach den Studienzeiten der Eltern richtet. Allerdings sind das Angebote, die bitter nötig sind, denn der Anteil studierender Eltern an der Gesamtzahl Hamburger Hochschüler liegt bei 7,9 Prozent – überdurchschnittlich hoch im Vergleich zum Rest der Republik mit 6,6 Prozent.

Und den Alltag zwischen Seminar und Sandkasten zu organisieren wird immer schwieriger: Die vor Kurzem eingeführten Bachelor- und Masterstudiengänge fordern viel höhere Anwesenheitszeiten der Studenten. Nun hat sich der Hamburger Senat eine weitere Tücke für Akademiker mit Nachwuchs ausgedacht: Seit diesem Winter werden sie für ihren Unibesuch zur Kasse gebeten. Zwar senkte die Neuregelung für alle Studenten die Studiengebühren von 500 auf 375 Euro pro Semester. Diese eigentlich erfreuliche Neuerung finanziert sich aber unter anderem dadurch, dass kaum noch ein Studierender von der Zwangsabgabe befreit ist. Auch denjenigen, die Kinder erziehen, behindert oder chronisch krank sind, geht es jetzt an den Geldbeutel. Studiengebühren senken schön und gut. Aber auf Kosten derer, die es ohnehin schon schwer haben? Dafür gibt es sicherlich keine Auszeichnung. roo