Nackensteak auf den Rost, Bier in die Hand, Po auf die Decke: Was gibt es in diesen Tagen Schöneres, als unter freiem Himmel zu grillen? Nichts, flötet der Hamburger Durchschnittsbrutzler und wendet genüsslich sein Würstchen. Die aktuell diskutierte Grillgebühr belächelt er nur milde: Grillen sei so eine Art Grundrecht der Deutschen und, ha!, ein absolutes Verbot schon gar nicht durchsetzbar.

Doch bei dieser Zahl bleibt einem die Folienkartoffel im Hals stecken: 160 Kleinfeuer im Stadtpark musste die Freiwillige Feuerwehr Winterhude vergangenes Jahr löschen. Ursache: unsachgemäße Entsorgung von Grillkohle. Und auch die Berufsfeuerwehr rückt regelmäßig Richtung Planetarium aus. Trotzdem kommmt es immer wieder vor, dass sich Kinder an den noch glimmenden Hinterlassenschaften der Griller verletzen. Am Elbstrand sieht es nicht besser aus: Jeder liebt es, jeder macht es, keiner kann es richtig.

„Grillen mit einem handelsüblichen Gerät wird geduldet“, erklärt Rainer Doleschall vom Bezirksamt Altona. „Aber es müssen Regeln eingehalten werden.“ Zum Beispiel diese: 1. Müll in die Müllcontainer. 2. Die Kohlereste nicht etwa auch dort rein, sondern nach dem Ablöschen in die dafür vorgesehenen Betonringe (Elbstrand) oder die Grillcontainer (Stadtpark). Wer gegen die Grillregeln verstößt, riskiert ein Bußgeld von 40 bis 5000 Euro, je nach Schwere seines Vergehens. Die „License to grill“ hat eben nicht jeder, Entschuldigung, verantwortungslose Trottel verdient. Guten Appetit. roo