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Das Herz Hamburgs entdecken – eine Hafenrundfahrt auf der Elbe

Der Hamburger Hafen ist das pulsierende Herzstück in der wässrigen Lebensader der hanseatischen Großstadt. Dicht an dicht mit riesigen Containerterminals, Hafenkränen und Frachtschiffen reihen sich hier zahlreiche imposante Bauwerke und Sehenswürdigkeiten der Elbmetropole – und formen ein ebenso modernes wie historisches Stadtbild, das geradezu dafür geschaffen ist, vom Wasser aus erkundet zu werden. PRINZ verrät euch was die Hafenstadt alles zu bieten hat.

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Hamburg ist das drittbeliebteste Städtereiseziel in Deutschland.

Hafenrundfahrten gibt es für jeden Geschmack und Anlass

Hafenrundfahrten werden in Hamburg ganzjährig und von zahlreichen Reedereien angeboten. Die Routen und Startpunkte variieren dabei genauso wie die Länge der Fahrten – größere Hafentouren dauern zumeist zwischen anderthalb und zwei Stunden. Die Kosten einer Hafentour belaufen sich für Erwachsene in der Regel zwischen 10 bis 20 Euro, für Kinder gibt es üblicherweise vergünstigte Angebote.

Für größere Reisegruppen oder geschlossene Events besteht auch die Möglichkeit, Barkassen exklusiv zu chartern. Auf diese Wese lässt sich die Hafentour völlig ungestört im privaten Kreis genießen – auf Wunsch auch inklusive Infotainment-Begleitung. Eine exklusive Hafenrundfahrt hat zwar ihren Preis, rentiert sich jedoch bei genug Teilnehmern, wie etwa im Rahmen eines Betriebsausflugs oder einer größeren privaten Feierlichkeit.

Die Sehenswürdigkeiten des Hamburger Hafens

Der Hamburger Hafen ist der drittgrößte Hafen Europas.

Der rege Hafenbetrieb ist natürlich an sich schon ein Erlebnis. Gewaltige Containerschiffe, die tagein und tagaus von den geschäftigen Kranen der Terminals entladen und befrachtet werden; bewegbare Brücken und Schiffsschleusen, die den Wasserverkehrsfluss tüchtig aufrechterhalten; sowie Kreuzfahrtschiffe, die mit winkenden Touristen am Deck, der Stadt erst Ahoi und dann wieder Lebewohl sagen – wohin man auch blickt, der Hamburger Hafen ist stets in Bewegung.

Die HafenCity ist eines der größten städtebaulichen Projekte Europas beziehungsweise ein im Jahr 2008 gegründeter Stadtteil, der aus dem Gebiet des ehemaligen Großen Grasbrooks und der Speicherstadt besteht. Das Quartier ist gänzlich umringt von Fluss- und Kanalläufen und grenzt, lediglich durch den Zollkanal getrennt, direkt an die Hamburger Innenstadt. Charakteristisch für die HafenCity ist ihre modern-urbane Architektur. Zu den Highlights der HafenCity zählt etwa die Elbphilharmonie; und bis 2025 soll hier zudem der Elbtower errichtet werden, ein Wolkenkratzer, der mit einer geplanten Höhe von 245 Metern bei weitem das höchste Gebäude der Stadt sein wird.

Die Elbphilharmonie ist eines der jüngsten, aber auch einprägsamsten Wahrzeichen der Stadt. Sein Herzstück bildet das Konzerthaus, dessen größter Saal Platz für mehr als 2100 Gäste bietet. Bekannt ist die Elbphilharmonie jedoch auch als architektonischer Geniestreich. Die blaue Glasfassade, die nach oben hin in Wellenform abschließt, stellt eine Hommage an das allgegenwärtige Element des Hafens dar: Das Wasser der Elbe. Besonders ist jedoch auch, dass für den Bau der Elbphilharmonie die Backstein-Hülle des einst hier befindlichen Kaiserspeichers A nicht abgerissen, sondern als Sockel für die moderne Glasfassade genutzt wurde.

Die Elbphilharmonie empfing im Eröffnungsjahr bereits 4,5 Millionen Besucher.

Das Internationale Maritime Museum befindet sich im alten Kaiserspeicher B, dem ältesten noch erhaltenen Speicherbauwerk der Stadt, und erzählt auf 10 Etagen von rund 3000 Jahren Schifffahrtsgeschichte. Jedes Stockwerk widmet sich dabei einer anderen Epoche oder Themengruppe. Eine Besonderheit des Maritimen Museums stellen die mehr als 50 000 ausgestellten Miniatur-Schiffsmodelle dar.

Die Speicherstadt ist der weltweit größte historische Lagerhauskomplex und eines der bekanntesten Baudenkmäler Hamburgs. Gemeinsam mit dem Kontorhausviertel und Chilehaus befindet sie sich sogar auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Ein Berühmtes Postkarten- und Fotomotiv ist auch das mitten in der Speicherstadt gelegene Wasserschloss, zu dessen beider Seiten jeweils eine kleine Brücke auf die gegenüberliegende Seite des Kanals führt.

Besonders romantisch wird es in der Speicherstadt, wenn abends die Lichter angehen.

Der Fischmarkt in Hamburg-Altona ist eine beliebte Touristenattraktion, hat jedoch immer noch eine ökonomische Funktion. Der berühmte Markt findet jeden Sonntag auf der Großen Elbstraße statt, direkt neben der im 19. Jahrhundert erbauten Fischauktionshalle, in welcher man sich im Anschluss noch mit Jazz- und Rockmusik beschallen lassen kann. An schönen Sommertagen lockt der Fischmarkt – obwohl er bereits um 09:30 zu Ende geht – bis zu 70 000 Gäste an seine Stände, wo die Fischverkäufer ebenso lautstark wie humorvoll auf ihre Kost aufmerksam machen.

Museumsschiffe und Museumshafen: Schiffetummeln sich in den Gewässern Hamburgs wie Möwen am Fischmarkt. Nicht alle dienen jedoch dem Personen- und Warentransport. Denn einige der historischen Wasserfahrzeug-Exemplare werden heute als Museum genutzt, wie zum Beispiel

  • das funktionstüchtige, sowjetische U-Boot 434 am Fischmarkt,
  • die Cap San Diego, ein alter Stückgutfrachter an der Überseebrücke,
  • das dreimastige Frachtsegelschiff Rickmer Rickmers an den St. Pauli Landungsbrücken
  • sowie diverse Schiffe und Boote im Museumshafen Oevelgönne.

Die St. Pauli Landungsbrücken sind Europas größter, schwimmender Wasserbahnhof. Bekannt sind die Landungsbrücken auch für den zugehörigen Pegelturm, der neben der Uhrzeit auch den aktuellen Tidenstand anzeigt. Zudem liegen die Landungsbrücken am Rande des Portugiesenviertels, welches für seine schönen Bauten aus der Gründerzeit und Jahrhundertwende sowie für seine zahlreichen „Hafenkneipen“ bekannt ist.

Die Landungsbrücken sind auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen
U-Bahn, S-Bahn, Bus und Fähren.

Brücken bekommt man in Hamburg mehr zu Gesicht als in jeder anderen Stadt Europas. Insgesamt sind es rund 2500 Stück. Damit stellt Hamburg, das „Venedig des Nordens“ auch seinen Bei-Namensbaron in den Schatten, denn in der italienischen Lagunenstadt befinden sich „nur“ knapp 400 Brücken. Weltweit übertrifft einzig New York die Hansestadt Hamburg. Zu den eindrucksvollsten Brücken im Hafen zählen etwa die Kohlbrandbrücke, eine in den 1970ern eröffnete Schrägseilbrücke, sowie die Rethe-Hubbrücke, einer der größten beweglichen Brücken Europas.

Werften gibt es in Hamburg heute hingegen nur noch wenige. Zu den größten und bekanntesten Deutschlands zählt jedoch nach wie vor die Großwerft Blohm & Voss, in welcher Luxusyachten, Marineeinheiten, Fracht- und Kreuzfahrtschiffe gewartet, repariert und gebaut werden. Zur Touristenattraktion wird die Werft vor allem dann, wenn kolossale Kreuzfahrtschiffe wie die Queen Mary 2 am Dock der Werft ihren Anker werfen.

Der Elbstrand ist der letzte Hamburger Naturstrand an der Elbe und lädt auf einer Länge von 13 Kilometern zum Sonnen, Entspannen und Flanieren an der Promenade. Vor allem im Sommer herrscht hier reges Treiben. Schwimmen sollte man aufgrund der starken Strömung und des regen Schiffsverkehrs zwar nicht, jedoch lässt sich hier an warmen Tagen sowohl die Sonne als auch der Blick auf den gegenüberliegenden Hafen besonders gut genießen.


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