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Es geht wieder los – Veranstaltungen können wieder besucht werden

Die „neuen” Coronaregeln, die die Stadt Hamburg verhängt hat, und die in Summe ab dem 4. bzw. 7. Juni gelten, machen Hoffnung. Von „Lockerungen“ und „Normalbetrieb“ ist die Rede. Da betrifft nicht nur die Bereiche des täglichen Lebens, also Kitas, Schulen, Einzelhandel, Dienstleistungen, Sport- und Kontaktbeschränkungen, sondern endlich auch den Freizeitsektor und damit Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Veranstaltungen. Was gilt, wer profitiert und wo Lockerungen noch auf sich warten lassen, hat PRINZ für euch recherchiert und zusammengefasst.

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Die Stadt Hamburg darf nach und nach aus dem Corona-Schlaf erwachen. Vor allem die Veranstaltungsbranche sieht wieder Möglichkeiten, Gäste zu unterhalten.

Mit negativem Coronatest werden Veranstaltungen wieder möglich

Es ist die Auflage bzw. die Grundbedingung, die sich beinahe durch die komplette Veranstaltungsbranche zieht: der negative Coronatest. Dieser oder eine Bescheinigung, dass die Person zweifach geimpft oder genesen ist, ist die Grundlage für einen Besuch von Veranstaltungen. Diese Regelungen gelten im Einzelnen:

  • Geschlossene Veranstaltungsräume, wie etwa Opern- und Konzerthäuser, Theater, Literaturhäuser, Planetarien und Kinos dürfen öffnen. Voraussetzung ist ein negativer Test sowie das Tragen einer medizinischen Maske. Die für einige Veranstaltungen nötigen Proben, beispielsweise Chorproben, dürfen unter freiem Himmel stattfinden.
  • Museen, Gedenkstätten und Galerien dürfen wieder Publikum empfangen, müssen aber für eine Kontaktnachverfolgung sorgen und die Teilnehmerzahl begrenzen. Auch hier ist ein negativer Coronatest Pflicht. Die bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebten Hafen- und Stadtrundfahrten sind mit einer Teilnehmerzahl von 20 Personen im Außenbereich erlaubt. Findet die Gästeführung im Innenbereich statt, dürfen zehn Personen teilnehmen. Eine frühzeitige Anmeldung ist sinnvoll, da die Kapazitäten auf meist 60 Prozent gedrosselt wurden. Der Zutritt zum Innenbereich ist mit negativem Test, Kontaktdaten und Maske möglich. In Fahrzeugen sind FFP2-Masken zu tragen.
  • Für Veranstaltungen gelten unterschiedliche Regelungen: Volksfeste sind verboten, Veranstaltungen mit bis zu 250 Teilnehmern sind hingegen erlaubt. Auch für diesen Besuch gibt es Vorgaben, wie etwa eine Testpflicht, die Kontaktverfolgung, die Vorabbuchung eines Termins sowie die feste Zuweisung eines Platzes. Im Innenbereich sind Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen möglich, wenn die Teilnehmer eine medizinische Maske tragen, getestet sind, einen festen Sitzplatz haben und ihre Kontaktdaten hinterlassen.
  • Frei- und Hallenbäder sowie Thermen dürfen öffnen, Saunen, Dampfbäder und Wellnesszentren nicht. Für den Besuch eines Bades ist ein negativer Test Pflicht. Wer die Auflagen umgehen möchte, findet auch am Boberger See Abkühlung. Auch der Orrtkartener See und der Bredenbeker Teich versprechen Abkühlung. Andere Freizeitaktivitäten, wie etwa der Besuch eines Skateparks oder eines Kletterseilgartens sind erlaubt – mit negativem Test, Kontaktdatenhinterlegung und Masken. Zoos und botanische Gärten öffnen nun auch ihre Innenbereiche – mit negativem Test, Kontaktdaten und Maske.
Auch die Hamburger Elbphilharmonie kann wieder besucht werden. Voraussetzung ist ein negativer Coronatest und eine Maske.

Welche weiteren Regelungen außerhalb des Veranstaltungsbereichs gelten, hat die Redaktion des NDR online dokumentiert.

Ein Aufatmen geht durch die Veranstaltungsbranche

Diejenigen, die mittel- und unmittelbar mit der Veranstaltungsbranche zu tun haben, dürfen also aufatmen. Das bedeutet nicht nur, dass die Betreiber von Veranstaltungsräumen sowie die Anbieter touristischer Attraktionen wieder die Möglichkeit haben, Einnahmen zu generieren. Sondern auch Gewerbebetriebe, die wichtige Details zuliefern, wie etwa die Firma Transprotec, können wieder einen Absatz im Veranstaltungsbereich vermelden. Auch Reinigungsfirmen, die Wäsche für Restaurants und Hotels waschen, erhalten nun wieder mehr Aufträge. Und selbst Taxiunternehmen freuen sich nun wieder über mehr Kundschaft – schließlich dürfen mit den Lockerungen auch wieder Gäste in die Stadt. Auf denselben Umsatz wie vor der Corona-Pandemie kommen gerade Taxifahrer jedoch lange nicht. Ihnen fehlen nach wie vor die Gäste, die in Clubs und Diskotheken feiern und dann mit einem Taxi nach Hause fahren würden.

Strenge Regeln für Feiernde

Für Schanzenviertel und Kiez könnten bald wieder strengere Regeln gelten. Massen von Feiernden Anfang Juni stießen neue Überlegungen des Senats an. Bars und Club sind in Hamburg noch geschlossen.

In Hamburg zu feiern, könnte hingegen auf unbestimmte Zeit unmöglich bleiben, denn die Stadt gibt sich hier mit den verhängten Regelungen eher vorsichtiger. Bars und Clubs zu öffnen, steht nicht zur Diskussion. Stattdessen überlegt der Senat, welche strengen Regeln zu verhängen sind, weil Feiern auf der Schanze und im Kiez drohten außer Kontrolle zu geraten. Grund für möglicherweise strengere Regelungen sind über 4.000 feierwütige Menschen, die in der Hamburger Schanze gefeiert haben – ohne Abstand, ohne Maske und ohne sich an Vorgaben halten zu müssen, die es unter freiem Himmel (noch) nicht gab. Zur Diskussion steht das Verbot, Alkohol mitzuführen. Das gab es bereits im ersten Coronajahr 2020. Ein  Betretungsverbot haben die Recherchen der MoPo bis dato nicht ergeben.

Wer feiern will, könnte hingegen die Bundesland-Grenze passieren: Im Nachbarland, in Niedersachsen, gelten nämlich andere Regeln. Dort dürfen Clubs, Diskotheken und Bars wieder öffnen, wenn die Inzidenz unter 35 liegt. Eine Maskenpflicht gibt es nicht, dafür muss ein negativer Coronatest vorgelegt werden. Zudem werden Bars und Clubs nur 50 Prozent der bisherigen Gäste einlassen.


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