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Hamburg – deutschlandweiter Vorreiter in der Games-Branche

Viele begeisterte Computerspieler träumen irgendwann in ihrem Leben mal davon, selbst unter die Entwickler zu gehen und Spiele zu designen und zu programmieren. Allerdings ist die Konkurrenz unter den Entwicklern für Videospiele sehr groß – gerade hierzulande. Hamburg gilt in Deutschland bisher als Vorreiter, aber andere Großstädte wollen nachziehen. 

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Das Interesse ausländischer Firmen an den Unternehmen wächst

Aktuell gibt es in der Hansestadt, die seit etlichen Jahren als Metropole der deutschen Spieleindustrie gilt, noch etwa 120 Betriebe mit ungefähr 2.000 Mitarbeitern, die sich um das Design, die Entwicklung, die Vertonung und den Vertrieb von PC- und Smartphone-Spielen kümmern. Das könnte sich aber auch bald ändern, wie die aktuellen Entwicklungen zeigen: Die beiden Hamburger Unternehmen Playa Games und Goodgame Studios wurden schon vor über einem Jahr von der Stillfront Group, einer Firma aus Stockholm, aufgekauft. Das Interesse ausländischer Konzerne an den Spieleentwicklern der Hansestadt wächst zunehmend. Und auch Berlin und Nordrhein-Westfalen versuchen, Hamburg von seiner Spitzenreiterposition zu verdrängen. 

Computerspiele sind in Deutschland nach wie vor beliebt

Etwa 34 Millionen Menschen in Deutschland zocken in ihrer Freizeit gerne Video- oder Computerspiele. Auch Gaming-PCs sind hierzulande weiterhin sehr gefragt. Gamer stellen sich beispielsweise gerne einen Midi Tower ohne Netzteil bei Mindfactory nach ihren Anforderungen zusammen und erhalten somit ein Gerät, das perfekt zum ausgiebigen Zocken geeignet ist. Im Jahr 2018 gaben Verbraucher hierzulande rund 3,3 Milliarden Euro für diese Freizeitbeschäftigung aus. Der Umsatz, den die fast 520 Unternehmen aus Deutschland mit der Entwicklung digitaler Games einfahren können, ist aber deutlich geringer, weil das meiste Geld in ausländische Produkte fließt. Der Verband der deutschen Games-Branche in Berlin gibt an, dass neun von zehn der Betriebe aus Deutschland weniger als fünf Millionen Euro jährlich umsetzen. Dies wird dadurch begründet, dass die staatlichen Rahmenbedingungen in Ländern wie Großbritannien oder Kanada besser sind. 

NRW will Hamburg überholen

Armin Laschet, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, will Hamburg überholen und dafür sorgen, dass sein Bundesland zum wichtigsten Games-Standort in Deutschland wird. Schließlich findet in Köln mit der Gamescom die wichtigste Branchenmesse statt, die etwa 370.000 Besucher anzieht. Trotzdem ist NRW als Entwicklungsstandort für Games bisher eher unbedeutend. Das will Laschet ändern, der die Video- und Computerspiele als äußerst wichtig für die Wirtschaft seiner Region betrachtet. Diese Tatsache hatte Hamburg schon viel früher erkannt – nämlich im Jahr 2003. Damals gründete die Stadt die Brancheninitiative „gamecity: Hamburg“. Die Initiative verlor allerdings zehn Jahre später an Bedeutung. Der Senat bewilligte erst Ende 2018 wieder neue Fördergelder und neue Jobs für die „gamecity: Hamburg“-Initiative, die der Game-Szene an der Elbe wieder zu neuem Schwung verhelfen sollen. 

Berlin strebt Förderung der Computerspiel-Branche an

Aber auch Berlin hat ähnliche Pläne wie NRW. Die Hauptstadt will in puncto Spieleentwicklung aufholen und hofft auf Unterstützung von der Bundesregierung und der Gamesweek. Tatsächlich hat die Bundesregierung bereits eine Förderung der Spieleindustrie im Haushalt festgeschrieben. Für einen speziellen Fonds, der die Entwicklung von Computerspielen auf Bundesebene fördern sollen, sind insgesamt 50 Millionen Euro eingeplant. 


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