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Halt mich auf



Von Annika Henrich

„Es müssen alle einfach nur aufhören. Aufhören zu funktionieren. Und aufhören, so zu tun, als wüssten sie, was sie tun. Wenn einfach alle aufhören würden und sich gegenseitig ihre Schwächen und ihre Traurigkeit zeigen würden. Dann könnten wir uns alle den ganzen Tag weinend in den Armen liegen. Und alles stände einen Moment still und wir könnten uns alles verzeihen, weil wir wüssten, dass wir alle gleich orientierungslos durch die Welt stolpern.”

Eine junge Frau will eigentlich Schauspielerin sein, schleppt sich mit ihrem selbstgeschriebenen Monolog aber bloß von Job zu Job. Eine Biotechnologin verbringt die Zeit am Arbeitsplatz damit, möglichst beschäftigt auszusehen. Und ein Bauunternehmer versteht die Welt nicht mehr, als eine Menschenmenge gegen seine geplante Sanierung aufbegehrt. Sein verlorener Sohn ist unter den Demonstranten und das Ganze wird von den Stammgästen der Kneipe nebenan kommentiert, die sich bestens im Nichtstun auskennen.

All diese Figuren vereint der Ort, den man nur den Kreisel nennt. Ein Gebäudekomplex, bestehend aus einem Büroturm, einem Sockel mit Mietwohnungen, Ladenzeilen, einem Parkhaus und einem U-Bahnhof, umgeben von Hauptstraßen.

Inmitten heutiger urbaner Realität kämpfen diese Existenzen rund um einen multifunktionalen Gebäudekomplex um Selbstbehauptung. Und plötzlich wankt der asbestverseuchte Büroturm und damit auch ihr marodes Leben, gestrickt aus ständigen Kompromissen, zwingenden Notwendigkeiten, gesellschaftlichen Erwartungen, unerfüllten Wünschen und verpassten Gelegenheiten. Da hilft nur eins, an einen Ort zu flüchten, wo es so still ist, dass man einander wieder (zu)hören kann. Welcher Ort würde sich dafür besser eignen als eben ein stiller Ort oder ein … stilles Örtchen?

Annika Henrich wurde mit dem Publikumspreis des Hans-Gratzer-Stipendiums für ihr Debütstück “Halt mich auf” ausgezeichnet. Darin verdichtet die junge Autorin und Dramaturgin melancholisch-humorvoll die brennenden Themen urbaner Existenzen und treibt ihre Ausweglosigkeit in herrlich absurden und entlarvenden Momenten auf die Spitze.

„Halt mich auf“ ist die vierte Zusammenarbeit der beiden Theaterfrauen Johanna Hasse und Francoise Hüsges und ihre dritte Koproduktion mit dem Theater unterm Dach Berlin und dem monsun.theater Hamburg. Das Team arbeitete bereits mit den Theaterproduktionen Bruchlinien (Berlin-Hamburg, 2020-21) und

FILETSTÜCKE (Berlin-Hamburg, 2021) an der ästhetischen Schnittstelle von analog-digitalen Formaten. Mit „Halt mich auf“ setzen die beiden die Erforschung hybrider Theaterformen für die Bühne und den digitalen Raum fort.

Eine Koproduktion zwischen dem Theater unterm Dach Berlin und dem monsun.theater Hamburg, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, dem Bezirkskulturfonds der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Ilse und Dr. Horst Rusch Stiftung.

Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben – Verlag für Bühne Film und Funk, Berlin

Spiel
Christina Hilkens
Quintus Hummel
Luise Schnittert
Urs Fabian Winiger

Konzept & Regie
Johanna Hasse

Konzept & Ausstattung
Francoise Hüsges

Musik
Quintus Hummel

Licht
Thomas Schick
Kianosh Kinz

Technik & Streaming
Armin Andor
Oliver Gayk
Robert Schüller
Kianosh Kinz
Martin Hüsges

Ausstattungsassistenz
Lisa Hildemann

Produktionsassistenz
Verena Gerjets
Leonie Venzau

Produktionsleitung
Elisa Calosi

Termin

Donnerstag, 19.05.2022

20:00 Uhr

Veranstaltungsort

Eintritt Hinweise

Link zum Zoom-Livestream: https://us02web.zoom.us/j/86109462201 Pass: 901438

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Donnerstag, 19.05.2022

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