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Neu entdeckt: Aspera

Aus dem früheren türkischen Restaurant „Adana“ im Juristenviertel an der Königstraße ist Ende Februar das ebenfalls türkische Restaurant „Aspera“ geworden.



Die neuen türkischen Inhaber sind in Hannover wohl bekannt: Nebi Sagir betreibt seit einigen Jahren erfolgreich das „Bagel Brothers“ auf dem Engelbosteler Damm in der Nordstadt. Resit Sahin hat zuvor auf dem Großmarkt am Tönnisberg die Gastronomie in Hannover versorgt. Ihr erstes gemeinsames Restaurant haben sie nach dem Stadtteil Pera im früheren Konstantinopel benannt, der im heutigen europäischen Teil von Istanbul zum Bezirk Beyoğlu gehört und mit seinen vielen Bars, Clubs und Restaurants sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen ein beliebtes Vergnügungsviertel ist.

Ein wenig von der kulinarischen Lebensfreude im alten Pera von Konstantinopel soll künftig auch im neuen „Aspera“ von Hannover zu spüren sein. Dafür haben Nebi Sagir und Resit Sahin gründlich auf- und umgeräumt im Laden mit den stämmigen Säulen und dem bunten Wandmosaik, in dem vor dem „Adana“ viele Jahre das Bistro „Escargot“ zuhause war. Gleich rechts am Eingang, wo seinerzeit der „Addams Family“-Flipper stand, gibt es nun eine kleine Basar-Ecke mit Feinkost aus dem Morgenland (Olivenöl, Mokkabohnen, hausgemachte Marmeladen) nebst einer übersichtlichen Auswahl von guten türkischen und deutschen Weinen. Die Bar neben dem Lehmofen wurde etwas verkürzt, die Neonbeleuchtung ist neu, das Mobiliar unverändert.

Der Blick in die mit knapp über 100 Leckerbissen recht umfangreiche Speisenkarte macht neugierig auf die im kurzen Vorwort angepriesene türkische Tischkultur mit einer üppig gedeckten Tafel, die „keine Wünsche offen lässt“. Für einen vollen Tisch sorgen dürften die drei Menüs (zu zweit für 20€ pro Person, zu viert für 25,50€ bzw. 27,50€ pro Person) und ganz gewiss die rund 40 kalten und warmen Vorspeisen (Meze) mit Klassikern wie gefüllten Weinblättern, gebratenen Champignons oder Kichererbsenpüree und so originellen Kreationen wie Cous Cous Salat mit Minze und Granatapfelsirup (3,90€), vegetarische Bulette aus scharfem Weizengrieß mit Walnüssen und Kräutern (4,90€) oder gebackener Halloumi (Käsespezialität aus Zypern) mit selbstgekochter Feigenmarmelade (4,90€). Raffiniert finden wir auch die Salatkompositionen mit Granatapfel, Walnüssen und Tomaten (7,90€) sowie mit Lammfilet, Birnen, Feigen und einem Dressing aus Joghurt und Honig (11,90€).  

Deutlich kleiner (aber nicht weniger fein) ist die Auswahl bei den Hauptgerichten, die fast alle im mit Buchenholz befeuerten Lehmofen zubereitet werden. Es gibt 13 Spezialitäten mit Hähnchen und Lamm (9,90-16,50€) sowie fünf Gerichte mit Meeresfrüchten und Mittelmeerfischen (11,90-18,90€), zu denen Beilagen wie Knoblauchbrot, türkische Nudeln oder anatolischer Reis angeboten und mit 2€-2,90€ extra berechnet werden. Besondere Lammspezialitäten des Hauses sind Sini Kebab aus dem südtürkischen Antakya (Lammhack, das im Tontopf mit einer fruchtig-pikanten Tomaten-Sauce und Paprika im Lehmofen knusprig gebacken wird; 11,90€) und Dem Sultan hat es gefallen (pikant gewürzte Lammfleischstücke auf geräuchertem Auberginen-Kaschkavalkäse-Püree in Paprikabutter; 14,90€). 

Bliebe noch zu erwähnen, dass die kulinarischen Tafelfreuden gelegentlich mit moderner oder klassischer türkischer Live-Musik und Bauchtanz garniert werden, es jeden Sonntag von 10 bis 14 Uhr ein orientalisches Brunch-Buffet für 14,50€ gibt, zum Frühjahr der nicht allzu große Innenhof neu möbliert und begrünt wird und Montag Ruhetag ist.

Bewertung: 5/5