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Neu entdeckt: Guru

Mit dem im vergangenen November eröffneten Restaurant nahe der Einkaufstraße Lister Meile haben in Hannover neue indische Zeiten begonnen.



Von außen betrachtet deuten auf den ersten flüchtigen Blick nur zwei kurze Worte auf gelber Farbe darauf hin, dass das Restaurant in der Nähe vom Lister Platz nicht mehr das alte ist. Während der vergangenen zwei Jahrzehnte stand auf dem Schild über dem Eingang „Neue Zeiten“ und wies Genießern den Weg zur hohen französischen Kochkunst. Doch die Zeiten haben sich geändert: seit wenigen Monaten heißt die feine Schlemmeradresse „Guru“, und mit den beiden Inhabern, den Brüdern Gurcham und Naresh Dass, sind in Hannovers Stadtteil List „neue indische Zeiten“ angebrochen.

Besonders deutlich wird das beim zweiten Blick ins komplett neu gestaltete Innere: an den safrangelben Wänden hängen großformatige Bilder mit moderner Kunst, Designerlampen sorgen für warmes Licht, die nicht allzu großen Tische sind einladend eingedeckt, und links vom Eingang gibt es nun eine Bar. Für ein indisches Restaurant ist der Look bemerkenswert  modern und der Stil gehoben, aber nicht abgehoben.

Das gilt auch für den hungrigen Blick auf den Teller. Wenn Tradition auf Moderne trifft, ergeben sich vollkommen neue Perspektiven: Klassiker aus der indischen Küche wie Chicken Madras (Hähnchenfilet in Kokosnuss-Currysauce; 13,90€), Lamm Korma (Lammwürfel in Safran-Sauce; 14,50€) oder Aloo Baingan (Auberginen und Kartoffeln mit Kümmel, Ingwer und Tomaten; 1050€) sind erträglich scharf und werden samt Beilagen ansprechend auf formschönem Porzellan angerichtet. Die gewohnten Schalen mit Basmatireis sucht man vergeblich, sie passen nicht zum gehobenen und modernen Stil des Hauses – ebenso wenig wie mit Currys oder Lehmofenspezialitäten gefüllte Kupfertöpfe, die bei den Lokal-Kollegen vom Subkontinent gern auf einem Stövchen warm gehalten werden.

Für die Begrüßung der Gäste und den Service am Tisch ist Gurcham Dass zuständig, sein Bruder Naresh hat den Part in der Küche übernommen. Am Gaumen machen sich die neuen indischen Zeiten übrigens besonders bei seinen Tagesempfehlungen bemerkbar, die der sehr schlanke Koch gern mit regionalen Delikatessen wie Entenbrust, Flusskrebsen oder Spargel kombiniert.

Das „Guru“ kommt gut an mit seinen neuen indischen Zeiten und ist nicht selten – auch am Mittag – bis auf den letzten Platz besetzt. Deshalb empfiehlt es sich, zu reservieren. Wer lieber spontan vorbeischauen möchte und dann nicht auf Anhieb einen freien Tisch findet, kann die Wartezeit mit einem Aperitif oder Cocktail an der Bar angenehm überbrücken.

Bewertung: 5/5


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