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Neu entdeckt: Nirgend-House

Linden ist bunt – das Nirgend-House macht es noch bunter. Hier finden kreative Köpfe Kunst mit Statement und viel Ruhe und Entspannung.



Angelehnt an Michael Endes „Momo“ steht das Nirgend-House gut versteckt in Linden, schräg gegenüber vom Café K. Getreu dem Motto „Wer suchet, der findet“ ist es gar nicht so leicht, die kleine Oase im Herzen Lindens zu erreichen. In schwarzer Schrift steht an der Hauswand „Nirgend-House“ und durch ein schwarzes Gartentor tritt man in den Hinterhof, wo sich die kleine Kunstwerkstatt befindet. Von der Bahnhaltestelle Lindener Marktplatz ist sie fußläufig einfach zu erreichen. 

© J.Kruse
Am Fenster hängt ein Schild mit dem Wort „Zeit-Tanke“. Und tatsächlich ist es hier gut möglich etwas Energie zu tanken und den Alltagsstress kurz zu vergessen. 

Passend zu Linden ist das Nirgend-House sehr individuell und kreativ. Christine, die Besitzerin, bezeichnet es gerne als interaktiven Raum. Zuvor leitete sie das „Elternhaus“ in Hamburg, ein ähnliches Projekt. Jetzt möchte sie in Hannover neu starten und alles etwas ruhiger und kleiner angehen. Trotzdem freut sie sich über Mitspieler und kreative Köpfe, die ihr zur Seite stehen. Grundlegend orientiert sich Christine an der „Craftista“-Bewegung und stellt Dinge künstlerisch, aber mit alten Handarbeitstechniken her.   

© J.Kruse

In einem kleinen Zimmer mit Blick zum Garten fertigt die Künstlerin ihre Werke an und näht, druckt und stickt Sprüche und Bilder auf Kleidung und Taschen. Politische Botschaften zum Thema Gesellschaft nach außen zu tragen ist ihr dabei zwar wichtig, allerdings möchte sie auch die humorvolle Seite nicht aus den Augen verlieren. Alles mit purer Handarbeit. So findet man bei ihr zum Beispiel Taschen mit „Chanel“-Aufdruck und darunter den Satz „…noch mit dem Hund raus“.  Auf Anfrage druckt sie auch mitgebrachte Texte oder Motive auf mitgebrachte Kleidung. 

© J.Kruse
Die Einrichtung erinnert zwar an einen Laden, gegen diesen Begriff wehrt sich Christine jedoch. Sie möchte kein Geschäft sein, sondern eher einen kreativen Raum bieten. Die Einrichtung ist sehr schlicht gehalten, der Raum relativ klein. Trotzdem bleibt einem erst einmal der Mund offen stehen, wenn man eintritt. Man braucht einen Moment um sich zu orientieren und die vielen tollen Dinge zu entdecken. Überall hängen Taschen und Schürzen und auf dem Tisch in der Mitte liegen viele verschiedene Aufnäher, die Christine „Dress-Tattoos“ nennt. 

Für die Zahlung hat Christine sich etwas ganz Besonderes überlegt. Statt eines Preisschildes schreibt sie an die Artikel die Anzahl der Stunden, die sie an dem Objekt gearbeitet hat. Dann erwartet sie von ihren Gästen, die etwas kaufen möchten, dass diese ungefähr so viel geben, wie sie selbst in der Zeit verdient hätten. Allerdings ist sie was Preise angeht recht ungebunden und diese können auch variieren. 

Im Nirgend-House ist jedermann willkommen und auch jeder gut aufgehoben. Ein Besuch und allein der Blick auf die vielen kreativen Ideen lohnen sich auf jeden Fall und bieten viel Stoff zum Nachdenken

PRINZ-Bewertung: 5/5


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