Ein Wochenende ganz im Zeichen des Sports: Beim Siebener- Rugby besteht ein Team aus sieben Spielern, die versuchen, einen eiförmigen Ball, besser bekannt als „Pille“, am Gegner vorbei zu tragen oder zu kicken. Die sieben Hauptakteure werden dabei durch drei Auswechselspieler ergänzt. Der zeitliche Rahmen liegt bei 2×7 Minuten, das Endspiel nimmt hingegen 2×10 Minuten Spielzeit in Anspruch. Bleibt zu hoffen, dass die Sieben auch Hannovers traditionellen Rugbyvereinen wieder Glück bringt. Lange Zeit galt die deutsche Rugby- Liga als Hannovers Stadtmeisterschaft – so überlegen waren die Vereine. Seit 1909 stand immer mindestens ein hannoverscher Vertreter im Endspiel, jedenfalls bis 2005. Damals holte der Ricklinger DRC zum sechsten und letzten Mal den Titel, danach ging’s bergab.

In diesem Jahr ist der Traditionsverein sogar mit Null Punkten aus der Bundesliga abgestiegen, wegen Spielermangels war die Mannschaft zu einem Bundesligaspiel und zum Halbfinale im DRV-Pokal gar nicht erst angetreten. Da kommt die Siebener-Europameisterschaft gerade recht, um eine alte Liebe neu zu entfachen. Die abgewandelte Form des traditionellen 15er-Rugby wurde erstmals 1883 in Schottland ausgetragen und hat von da an seinen Siegeszug um die ganze Welt angetreten. In über 100 Ländern frönen Männer, Frauen und Kinder dem ruppigen Sport. Im vergangenen Jahr fand die EM erstmals in Hannover statt, rund 26 000 Zuschauer erlebten die Spiele in der AWD-Arena. Dominic Rose