ZWISCHEN MUSIKHOCHSCHULE UND OPER

Früher bimmelte die Linie 16 durch die Königstraße – als eine der letzten oberirdischen Straßenbahnen in der City.Doch auch nach Stilllegung der Strecke 1998 lagen die alten Gleise noch jahrelang in der Straße. Erst 2004/2005 wurden die nun nutzlosen Oberleitungsmasten und Schienen entfernt, die Fußwege erhielten ein ansprechendes Pflaster und auf der Fahrbahn wurden Fahrradstreifen markiert. Die mehrmonatigen Umbauarbeiten belasteten die Geschäftsleute enorm, für die Bar Ex-Senza bedeuteten sie schließlich das Aus. Heute ist die Königstraße wieder auf dem Weg zu dem, was sie einmal war: eine Straße mit Klasse. Edle und größtenteils inhabergeführte Geschäfte mit überwiegend gesetzter Kundschaft reihen sich aneinander, aber auch trendige Restaurant-Bars wie Tom’s oder Diva, Clubs wie Naoum’s oder Mambo Club und junge Shops wie The Lab (T-Shirt-Druck) sind in der Königstraße oder in deren unmittelbaren Nähe zu finden. Die Verbindung von edel und trendy, von jung und alt, von gediegen und innovativ scheint der Königstraße fast in die Wiege gelegt, verbindet sie doch die Hochschule für Musik und Theater mit dem Opernhaus. So flaniert eine bunte Mischung aus Studenten, jungen Familien und Shoppern mit gehobenen Ansprüchen über diese Meile. „Es tut sich was in der Königstraße“, das findet auch Timm Pries, Leiter des Bechstein Centrums Hannover, das 2005 neben Klavierhaus Meyer als zweites Piano-Geschäft in der Straße eröffnet hat.

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Für das äußere Erscheinungsbild werde mehr getan: Bepflanzung in Eigeninitiative verschönt das Trottoir, witzige Hingucker wie die große Plastikkuh vor der Kochschule La Cocina sorgen für Aufmerksamkeit. Manches sei aber noch ein wenig altmodisch, „ich will nicht sagen dörflich“, wie etwa die Öffnungszeiten. Pries selbst geht mit gutem Beispiel voran und verkauft im Bechstein Centrum nicht nur Klaviere, sondern lädt zu Workshops und Konzerten. Die Besonderheit des Viertels lässt sich auch in Monika Voß‘ Bettwäsche-Galerie erspüren. Vor drei Jahren ist sie innerhalb der Königstraße umgezogen und offeriert nun in ansprechendem Ambiente Bettwäsche und Dessous. Geblieben ist die persönliche Beratung. Das Wort von der Service-Oase Deutschland gilt hier mit Sicherheit nicht, auch deswegen erfreut sich dieser Shop einer großen Stammkundschaft. „Es könnten gern mehr Jüngere kommen,“ meint die selbst Junggebliebene. Diese Laufkundschaft ist jedenfalls nicht weit, findet man im südlichen Abschnitt der Königstraße zwischen Berliner Allee und Thielenplatz doch den R’n’B-Club Naoum’s, die Latin Disco Mambo Club, das neu eröffnete Bagel For You sowie Tom’s Bar und Restaurant.

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Im nördlichen Abschnitt zwischen Berliner Allee und Emmichplatz haben sich zwar diverse Institute und Beratungsstellen eingemietet, aber auch dort findet man interessante Gastround Shoppinglocations – insbesondere wenn es Richtung Emmichplatz zur Hochschule für Musik und Theater geht. Im Wein-Pavillon, im Bar-Restauant Diva und im Bistro Tiffany’s sind aber bei weitem nicht nur Studenten zu finden, sondern eben auch die schicke Oststädterin und die Anwälte aus dem angrenzenden Gerichtsviertel. Als Grenze wird die Berliner Allee empfunden. Die stark befahrene Straße des City-Rings durchtrennt die Königstraße, und so mancher wünscht sich eine bessere Verbindung der beiden Königstraßenteile, um eine durchgängige Bummelmeile zwischen Hochschule und Oper zu erleben. Allerdings hat im parallel verlaufenden Volgersweg eine Unterführung den Bruch auch nicht kitten können. Insgesamt scheint es aufwärts zu gehen mit Hannovers Kö. Die Lage ist günstig, bei guter Infrastruktur sind die Mieten vergleichsweise gering. Die bessere Parksituation nach dem Umbau bringt wieder mehr Publikum, das den Boulevard für sich entdecken kann, und auch die Führung der Bus-Ringlinie 100/200 durch die Königstraße sorgt für regen Zulauf.