Der gebürtige Rostocker Lars-Ole Walburg übernimmt die Intendanz des Schauspielhauses Hannover – und tritt in große Fußstapfen. Seinem Vorgänger Wilfried Schulz gelang in den letzten neun Jahren, nicht nur die Besucherzahlen, sondern auch den Ruf des Hauses über die Grenzen der Stadt hinaus zu steigern. Walburgs Vision ist es nun, Hannover mit einem jungen Team zu einem unverwechselbaren Theaterort zu machen. Für Gesprächsstoff dürfte auf jeden Fall gesorgt sein, denn die zehn Uraufführungen sind nur ein kleiner Teil der insgesamt 31 Premieren, zu denen auch drei deutschsprachige Erstaufführungen gehören. Klassiker sucht man vergebens, die meisten Stücke setzen sich mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander.

Auch hinsichtlich der Spielstätten darf sich Hannover auf Einiges gefasst machen: Das Langzeitprojekt „Die Welt ohne uns“ etwa lädt Abonnenten in dreimonatigen Abständen an einen geheimen Ort, um die Lebensaspekte von Pflanzen zu ergründen. Als weniger exotischen Spielort hat man die neue Cumberlandsche Bühne angekündigt, die im dritten Stock der gleichnamigen Galerie angesiedelt ist. Auf ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern muss bei den meisten Stücken allerdings verzichtet werden, denn nur fünf Mitglieder des alten Ensembles wurden übernommen. Schöne neue Theaterwelt? Wir werden’s erleben. dr