Hannover ist Spitzenreiter, Hamburg liegt abgeschlagen auf dem 13. Platz und Berlin ist nur 26ter! Die Freude könnte groß sein, ginge es nicht um die traurige Liste der unfallträchtigsten Städte. Auffällig dabei: Aufgeschlüsselt nach Unfallschwerpunkten leben Senioren und Fahrradfahrer in der Leinestadt besonders gefährlich. Zynische Menschen könnten dahinter einen Beitrag zur Sicherung der Rentenzahlungen vermuten – wäre Hannover nicht auch in der Kinderstatistik an erster Stelle zu finden. Ein Blick auf die Beschaffenheit der Fahrradwege der Stadt gibt einen ersten Hinweis auf mögliche Ursachen: Da wird man im Slalom um Verkehrsschilder und U-Bahn-Eingänge herumgelotst, die bei Dunkelheit auch noch schlecht zu erkennen sind, da enden Fahrradwege einfach so im Nirwana, und neu angelegte Wege haben maximal die Breite eines Lenkers.

Aber auch die Radler selbst tun alles, um die Durchschnittszahl nach oben zu treiben: Rasen auf der Lister Meile, das Befahren von Kreiseln in verkehrter Richtung und die grundsätzliche Missachtung von Ampeln gehören zum alltäglichen Bild. Höchste Zeit, dass die Stadt etwas tut! Und das macht Sie auch: Noch bis zum 31. August können sich hiesige Betriebe zum Wettbewerb „Hannover sucht den fahrradfreundlichsten Betrieb 2009“ anmelden. Wenn der erst einmal gefunden ist, dann sinken auch ganz bestimmt die Unfallzahlen – ohne, dass sich die Stadt Gedanken über teure Fahrradwegsanierungen oder Kontrollen an den gefährlichen Straßenecken machen muss …
Matthias Vieregge