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Tipps zur beruflichen Neuorientierung – so klappt’s

Augen auf bei der Berufswahl! Wer kennt diesen Spruch nicht. Doch was, wenn die Augen nicht sofort gesehen haben, was der Beruf wirklich bedeutet? Eine berufliche Neuorientierung ist eine Herausforderung im Leben, die mit guter Vorbereitung und etwas Engagement gut gelingen kann.

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Warum wechseln Jobber ihren Beruf?

In dem Wort Berufung, steckt Beruf drin. Die wenigsten Menschen sehen in ihrem Job jedoch tatsächlich eine Berufung. Wenn es gut läuft, hören sie wenigsten den Ruf des Geldes. Doch selbst Hochverdiener kommen an einen Punkt in ihrem Leben, an denen sie Geld nicht mehr als Maß aller Dinge sehen und darüber nachdenken, ihren Managementjob an den Nagel zu hängen und eine Kaffeerösterei oder einen Fahrradverleih zu eröffnen. Dabei ist es keineswegs die Langeweile, die sie dazu treibt. Der Beruf und sein Ausübender haben sich auseinander entwickelt. Tatsächlich ist die Berufswahl ja auch mit einer Beziehung vergleichbar und der häufigste Trennungsgrund da sehr ähnlich. Die Interessen haben sich verlagert. Die gewonnene Lebenserfahrung lässt profanere Dinge in einem ganz anderen Licht dastehen. Erfolg wird nicht mehr rein in Zahlen gemessen, sondern mehr am Gefühl.

Die Beziehung zwischen Beruf und Mensch muss nicht mehr bis zur Rente halten. Dank zahlreicher Förderprogramme ist Weiterbildung und Umschulung für jeden greifbar. Nicht geschenkt, aber mit Engagement und Motivation machbar.

Den richtigen Beruf finden

Zahlreiche Onlinetests, Fragebögen und Berufsvideos können eine erste Orientierung geben. Jugendliche wenden sich an die Berufsberatung der Arbeitsagentur, die steht grundsätzlich auch anderen Interessierten offen. Anbieter von Weiterbildungsmaßnahmen haben oft eigene Jobscouts, die für Kunden und Interessierte perfekte Ratgeber bei der Suche nach dem neuen Beruf sind. Natürlich soll hier die Kundengewinnung nicht aus den Augen verloren werden. Allerdings spricht so ein Service auch durchaus dafür, dass diese Träger sehr kundenorientiert sind, sonst würden sie diesen Service gar nicht erst anbieten.

In den Informationsstellen der Arbeitsagenturen und Jobcenter liegen kostenlose Bücher aus, die sämtliche Ausbildungsberufe und Studiengänge, die in Deutschland anerkannt sind, enthalten. „Berufenet“ gibt es zwar auch online, aber da ist es etwas mühsamer, alles durchzugehen. Im Grunde reicht es, sich die erste Inspiration aus dem Inhaltsverzeichnis zu holen. Jeder findet Berufe, bei denen er ein „Aha-Erlebnis“ hat. Ganz interessant ist es auch, sich mit unbekannten Berufen zu beschäftigen und dort einmal nachzulesen.

Die eigenen Stärken sind natürlich ein guter Kompass für die Berufswahl. Wer sich im Kontakt mit Menschen nicht sehr wohl fühlt, wird die Pflege meiden und wer nicht rechnen mag, wird nicht Buchhalter. Bei den Stärken dürfen auch die kreativen Talente eine Rolle spielen. Wer beispielsweise malt und sich wünscht, Optiker zu werden, wird mit seinem Gespür für Farben ein guter Berater in Puncto Brillengestell.

Berufswechsel ohne neue Ausbildung

Die Wirtschaftswelt ist interdisziplinär. Daher ist es oft auch gar nicht nötig, eine komplett neue Ausbildung machen zu müssen, um die Branche zu wechseln oder einen anderen Beruf ausüben zu können.

Betriebswirte können beispielsweise aus der öden Sachbearbeitung ins Marketing wechseln oder sich mit einer kleinen Fortbildung auf einen Fachbereich spezialisieren, der sie sehr interessiert (Personal, Immobilien, Sozialwesen).

Pflegekräfte sind im Verkauf in Sanitätsfachgeschäften gern gesehen und Handwerker in Baumärkten. Wer sich mit dem Gedanken trägt als Quereinsteiger den Job zu wechseln, sollte eine gut formulierte Bewerbung schreiben. Alle Kenntnisse die aktuell bedeutend sind und auf den neuen Job übertragen werden können, sollten Erwähnung finden. Besonders in Bewerbungen für solche Jobs, können kreative Beilagen wie Fotos von Projekten oder ausführliche Potentialanalysen von der Eignung überzeugen.

Gerade Fachgeschäfte sind inzwischen offen für die Mitarbeit von Menschen, die sich mit der Materie auskennen. Bastelläden oder Zoohandlungen profitieren von dem Wissen und wer von seinem Hobby begeistert ist, ist automatisch ein guter Verkäufer.

Eigener Chef ohne Kündigung

Der Traum von der großen beruflichen Freiheit endet bei vielen vor dem leeren Geldbeutel. Das muss nicht sein. Existenzgründungen können neben dem Job aufgebaut werden. Läuft es gut an, kann der Hauptjob reduziert werden, bis die Freiheit Wirklichkeit werden kann.

Der Vorteil bei einem eigenen Geschäft ist natürlich der, dass die eigene Geschäftsidee umgesetzt werden kann. Vor allem Remotejobs bieten sehr viele Vorteile, weil sie orts- und oft auch zeitunabhängig ausgeübt werden können. Die Startup Szene ist glücklicherweise auch eher kooperativ untereinander, als es viele Gründer vor Jahren noch waren. Sie engagieren sich in Coworking Spaces, tauschen sich aus und unterstützen. Oft werden Aufträge untereinander vergeben, was eine Hilfe sein kann.

Ist eine Idee doch nicht so vielversprechend, kann sie einfach zu den Akten gelegt werden, ohne dass das ganze eigene Leben auf dem Kopf steht.

Digitale Produkte sind der absolute Hype, aber auch ein schweres Geschäft. Daher bietet sich vor allem  hier an, noch einen sozialversicherungspflichtigen Job als As im Ärmel zu haben. Wer soll ein Produkt kaufen, wenn es unbekannt ist und der Anbieter ebenso?

Warum ein Wechsel gut tut?

Chronische Unzufriedenheit macht krank und unglücklich. Das ist kein Job wert. Selbst wenn ein Wechsel schwierig erscheint, so sind es doch oft die eigenen Ängste, die einen hemmen. Die Angst vor einer falschen Entscheidung ist groß, doch ob keine Entscheidung am Ende wirklich besser ist?

Trotzdem muss ein Jobwechsel gut überlegt sein. Der Gedanke wird sich ja auch eine Zeitlang immer mal wieder zeigen und entsprechend kann ein Wechsel vorbereitet werden. Vielleicht muss der Wechsel auch gar nicht so drastisch sein. Ein Gespräch mit dem Chef, wenn das Verhältnis gut ist, hilft vielleicht schon, einen anderen Einsatzbereich zu finden. Außerdem muss unterschieden werden, ob es der Job, die Kollegen oder das Unternehmen ist, dass problematisch ist.

Neuanfänge sind auch aus psychologischer Sicht sehr befreiend und motivierend. Zwar fallen viele früher oder später wieder in alte Verhaltensweisen zurück, aber der Aufbruchgedanke setzt Energien frei, die  gut in eine Weiterbildung investiert werden können.

Ein gelungener Neustart schenkt neues Selbstvertrauen, was sich positiv auf die Persönlichkeit und alle Lebensbereiche auswirkt.

Sind gesundheitliche Probleme die Gründe für eine Neuorientierung, so wird auch die Gesundheit sich stabilisieren, wenn Körper und Seele nicht mehr dem Druck des alten Jobs ausgesetzt sind.

Wer es sich leisten kann, sollte sich einen Coach suchen, der bei diesem Schritt begleitet. Oft fördert der latente Potentiale zutage, die noch ganz andere und ungeahnte Möglichkeiten hervorbringen.


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