Hast du das Showbusiness aufgegeben und verkaufst jetzt nur noch Hundefutter?
Nein, so ist das nicht. Offiziell hat meine Freundin Pauline Schubert (25) den Laden eröffnet, und ich unterstütze sie. Sie arbeitet hier Vollzeit, und ich bin immer hier, wenn ich nicht gerade irgendwo auftrete, auflege oder etwas drehe.

Gibt es große Unterschiede zwischen dem TV-Alltag und dem Leben als Ladenbesitzer?
Diesen Laden kann man überhaupt nicht mit einem Album oder einem kurzen TV-Auftritt vergleichen. Das ist eine Entscheidung für Jahre, vielleicht sogar für Jahrzehnte. Das hier ist der beständigste Job, den ich je hatte. Eine echte Sache, die hoffentlich Bestand hat.

Das Konzept scheint aufzugehen. Hier ist ja eine Menge los!
Ja, es läuft gut. Und die Leute, die einmal da waren, kommen wieder. Weil wir beraten, uns Zeit nehmen und das Konzept auch inhaltlich leben. Wir haben bei unseren Hunden gemerkt, was für einen Unterschied diese artgerechte Ernährung macht. Es kam sogar schon jemand auf mich zu, der aus Stöckchen“s Delikatessen eine Franchise-Kette machen wollte. Aber genau das möchte ich nicht! Das hier ist eine Sache für mich, für Köln, für die Südstadt, und wenn hier ein paar Leute aus dem Veedel hinkommen und sich der Laden trägt, dann ist das super. Mehr will ich nicht. Wenn wir irgendwann mal ganz vom Laden leben könnten, dann würde ich mich eher dafür als fürs Fernsehen entscheiden.

Du fühlst dich in Köln also wohl?
Ja! Das hier ist mein Veedel geworden, ich fühle mich so wohl wie lange nicht in meinem Leben. Alle meine Freunde wohnen gleich um die Ecke. Hier halten alle zusammen, es zählt das Miteinander. Das will ich nicht aufgeben. Dieser Laden ist seit langem mal wieder etwas, was ich beruflich mache, wo ich 100 Prozent dahinterstehe.

Wie lange wohnst du schon in Köln?
Seit neun Jahren. Erst in Rodenkirchen, dann in Sürth. Im Karnevalsverein war ich da übrigens auch. In Köln bin ich also ganz fest verankert. Ich komme aus Berlin und bin dort gerne für ein paar Tage zu Besuch. Das reicht dann aber auch.

Die meisten ziehen ja eher von Köln nach Berlin, nicht umgekehrt.
Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ja, Berlin ist eine riesige Metropole. Du hast zwar eine Menge Menschen, aber jeder macht sein Ding und bleibt für sich. Alle versuchen, irgendwie aufzufallen und zur Geltung zu kommen, wollen aggressiver und abgefahrener sein. Das ist echt anstrengend. Hier in Köln ist das Leben noch ansatzweise so, wie es früher war. Das war ja ziemlich einfach: Leute haben sich an einem Fluss getroffen, einer war Schmied, der andere Händler, und die haben sich zusammengetan. Genau dieses Gefühl habe ich hier wieder gefunden. Und das will ich auf gar keinen Fall wieder eintauschen.

Klingt nach einer Liebeserklärung.
Südstadt und Köln sind einfach das Allerbeste! Das Verhältnis der Menschen zueinander habe ich in Berlin nie so kennenlernen können. Weil es einfach zu anonym, zu groß, zu schmutzig ist. Hier ist es echt, das Gefühl.

Das Gespräch führte Anna Peuckert