21 °C Mo, 14. Oktober 2019 Uhr
Prinz.de  ›  Gastro  ›  PRINZ Interview: Stephan Hinz – Über Cocktails, seine Bar und sein neues Buch

PRINZ Interview: Stephan Hinz – Über Cocktails, seine Bar und sein neues Buch

Er ist preisgekrönt und sein Leben dreht sich um Drinks und Cocktails in allen Variationen. PRINZ sprach mit Stephan Hinz über seine Kölner Cocktailbar und sein neues Buch.



Mit seiner Kölner Bar Little Link und bei Caterings und Events seines Unternehmens Cocktailkunst arbeitet Stephan Hinz an der Trinkkultur der Zukunft. Nun hat er mit „Superdrinks“ sein zweites Buch heraus gebracht. Während es in seinem ersten Buch „Cocktailkunst – Die Zukunft der Bar“ hochprozentig zur Sache ging, präsentiert Hinz nun überwiegend alkoholfreie Drinks. Er zeigt was sich mit Obst, Gemüse und Kräutern alles anstellen lässt. Dabei sind alle Rezepte verständlich erklärt und einfach zu Hause zuzubereiten. Viele Tipps zeigen außerdem, wie sich Rezepte spontan variieren lassen oder wie man aus einem gesunden Drink mal eben eine schnelle Vorspeise macht. Mit einfachen Symbolen lässt sich  erkennen, welcher Drink am besten in welche Jahreszeit passt – ob ein Heißgetränk für den Winter oder ein leichtes Flavoured Water für den Sommer. Im Interview verrät uns der preisgekrönte Bar-Profi alles über sein Buch, seine Bar und seine Passion.

Erzähle uns doch bitte erst einmal kurz etwas über dich? Wie bist du Barkeeper geworden, stand das für dich immer schon fest oder hat sich das langsam entwickelt?
Ich habe eine Ausbildung zum Restaurantfachmann gemacht und in verschiedenen Hotels gearbeitet. Dabei bekommt man einen guten Einblick in viele verschiedene Bereiche. Letztendlich habe ich mich auf die Bar spezialisiert, aber schon damals hat mich die Verbindung dieser verschiedenen Bereiche interessiert. Das ist einer der Gründe dafür, weshalb ich bis heute versuche, die Bereiche Bar und Küche stärker miteinander zu verknüpfen.
 
Du hast erst kürzlich deine Bar Little Link eröffnet. Wer bisher noch nicht da war, was erwartet den Gast in deiner Cocktailbar?
Wir wollen erstklassige Barkultur bieten, aber dennoch einen Ort schaffen, an dem sich jeder wohlfühlen kann. Einen Dresscode gibt es also nicht und auch, wer aus der Nachbarschaft einfach auf einen Feierabenddrink vorbeikommt, ist herzlich willkommen. Bei der Zubereitung unserer Cocktails setzen wir viele Techniken ein, die man normalerweise nur aus der Sterneküche kennt. Dadurch gelingt es uns, zum Beispiel auch Zutaten wie Lachs, Eukalyptus oder Ziegenkäse in einen Cocktail einzubauen. Selbstverständlich bieten wir aber auch gut gemachte Klassiker wie Manhattan oder Mojito an. Dazu gibt es hausgemachtes Barfood wie Sandwichs mit Pastrami oder Pulled Pork.
 
Und wer schon einmal da war: was gibt es Neues? Neue Frühlings- und Sommercocktails vielleicht?
Seit März finden die Gäste auf unserer Frühlingskarte saisonale Cocktails mit Zutaten wie Rhabarber, Sellerie oder Radieschen. Auch unser Speiseangebot hat sich erweitert, zum Beispiel mit einem orientalischen Chili & Cheese. Zum Essen empfehle ich übrigens einen Besuch während der Woche, da ist es deutlich entspannter.
 
Nun zu deinem Buch! Es ist ja bereits das Zweite, was du auf den Markt bringst. Erzähl uns doch bitte kurz einmal worum es darin geht?
Mein erstes Buch „Cocktailkunst – Die Zukunft der Bar“ war ja einerseits ein Überblick zu Spirituosen, Bartechnik und Rezepten und hat andererseits die Verbindung zwischen Küche und Bar vorangetrieben. In „Superdrinks“ ist das etwas anders. Es ist kein klassisches Cocktailbuch, sondern widmet sich zu einem großen Teil auch alkoholfreien Getränken. Es geht um Rezepte mit frischen Zutaten, die einfach gut tun. Dabei ist die Vielfalt groß: Smoothies, Kombucha, Heißgetränke, selbstgemachte Limonaden, Bowlen – für jede Gelegenheit etwas. Damit möchte ich zeigen, welche Zutatenvielfalt man in Getränken einsetzen kann und wie unser Alltag dadurch bereichert wird.
 
Würdest du selbst von dir sagen, dass du Cocktail-Trends schaffst? Wenn ja, woher holst du deine Inspiration?
Ich glaube, dass die Verschmelzung von Bar und Küche in den nächsten Jahren eine wichtige Entwicklung für sämtliche Bereiche der Gastronomie wird. Dabei sind wir mit Sicherheit international Vorreiter. Das zeigt zum Beispiel die Berichterstattung in der Fachpresse, die weltweit sehr positiv ist. Zuletzt haben wir das Little Link zum Beispiel auf der wichtigsten Genussmesse Frankreichs, der Omnivore in Paris vor Experten vorgestellt.
Zur Inspiration: Hinter dem Little Link steckt ja mein Unternehmen Cocktailkunst. Mit dem Team von Cocktailkunst sind wir weltweit unterwegs, beraten Gastronomen und betreuen zum Beispiel Projekte in London oder Dubai. Hierbei erlebt man sehr viele unterschiedliche Konzepte und Ideen. Das hält offen für Neues und zeigt, was sich auch in Deutschland in den nächsten Jahren tun wird.
 
Wenn du mal keine Cocktails mixt und kreierst, in deiner Bar oder auf Events bist, wo in Köln gehst du denn gerne aus?
Ich verbringe beruflich so viel Zeit in Bars, dass ich froh bin, wenn ich an einem freien Abend einfach mal ein schönes Kölsch genießen kann. Ein Köbes, der auf Zack ist, ein deftiges Essen dazu und die typische kölsche Entspanntheit sind dann alles, was ich brauche, um einen guten Abend zu haben.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.