Wir treffen uns in deinem neu eröffneten Laden „Königslust“ in Köln-Rath. Warum hast du ein Trödel-Geschäft eröffnet?
Ich war schon immer sammelnder Liebhaber von alten und seltenen Sachen und Kuriosa. Zu Hause habe ich eine Tim-und-Struppi-Sammlung mit einer zwei Meter großen Rakete. Und seit 30 Jahren will ich auch schon einen eigenen Laden. Jetzt habe ich mir mal die Zeit genommen, das umzusetzen.

Was können Besucher hier finden?
Typischen Flohmarkt-Kitsch und -Kunst wie Gemälde, Erotik-Karten aus den zwanziger Jahren oder einen Kinder-Kaufmannsladen aus den Siebzigern. Stolz bin ich auf die Ritterrüstung und den mannshohen Haribo-Bären.

Ist „Königslust“ der erste Schritt vom Bühnenabschied?
Das klingt schon fast nach dem Oscar für mein Lebenswerk. Nein, ich habe noch so viel Energie! Die Talentprobe und Musik werde ich machen, bis du mich von der Bühne schiebst.

Demnächst gehst du ja wieder in die Vollen. Was steht an?
Viel! Ich werde wieder das ganze Jahr unterwegs sein, und los geht es mit der offiziellen Saisoneröffnung der Talentprobe am 11. Mai im Tanzbrunnen. Dann arbeite ich an einem neuen Tour-Programm für die Linus-Show, die ab November startet, und ich plane auch neu für die Auftritte der Linus-Band. Unter anderem wird es neue Chartnummern geben. Und ich bastel jetzt schon an neuen Nummern für die nächste Session …

… woraus du uns schon mal ganz exklusiv etwas verrätst?
(schmunzelnd) Niemals. Aber es wird eine schöne Überraschung geben.

Und bei der Talentprobe?
Da würden keine Neuerungen funktionieren. Die Leute lieben ja die Rituale: das „Maoam“ kurz vor der zweiten Hälfte, die „Rocky“-Fanfare oder einfach nur, dass das Publikum schlechten Sängern den Rücken zuwendet. Würde man das ändern, wäre die Show bald vorbei.

Wie lief das damals ab, als du die Show übernommen hast?
Nach dem Tod von Udo Werner, der das 19 Jahre gemacht hat, wurde ich gefragt, ich bat um zwei Tage Bedenkzeit. Dann habe ich zugesagt unter der Bedingung, dass ich nicht nur der Ansager bin, sondern eine Show präsentieren darf: mit Treppe, mit Tänzerinnen und typischen Showeinlagen.

Warst du vorher auch mal Kandidat?
Ja, in den Siebzigern in einem Trio. Wir kamen sogar bis ins Finale, haben aber nicht gewonnen.

Du hast eine Menge unterschiedliche Jobs gehabt. Wie kam das?
Schon vor meinem Abi 1979 war klar: Ich will nie eine eintönige Arbeit, sondern brauche immer Abwechslung.“

Was war der verrückteste Job?
Da gab es einige: Ich bin in 1,60 Meter hohen Kellerräumen aufgetreten, war Blumenbinder, Pfennigabsatzgießer und Cola-Fahrer. Dabei habe ich mal die ganze Ladung auf der Straße verteilt. Als „Herrenfahrer“ habe ich einen Druckfarben-Vertreter kutschiert und dann fast seine Filiale übernommen. Eine Kneipe hatte ich auch mal. Mit Til Schweiger als Kellner.

Habt ihr noch Kontakt, Til und du?
Er hat mich neulich grüßen lassen. Wenn wir beide Zeit finden, treffen wir uns vielleicht mal wieder. Wer weiß, was sich da noch ergibt.

Und wo trinkst du heute dein Kölsch am liebsten?
In alten Brauhäusern. Ich mag es urig.

Das Gespräch führte Johannes Keil