Jeder kennt dich als ewig genervten Teenie in „Mein Leben und Ich“ – jetzt spielst du in einer Krimiserie und wandelst supersexy über rote Teppiche. Wirst du erwachsen?
Scheint so – es hat ja lange genug gedauert! Nein, im Ernst: „Mein Leben und Ich“ drehe ich schon seit fünf Jahren nicht mehr, nur laufen die Folgen immer noch. In der Zwischenzeit habe ich ganz andere Sachen gemacht und Filme gedreht. Das war also eine ganz natürliche Entwicklung, nur der Zuschauer kommt da nicht so schnell hinterher.

Reihst du dich jetzt ein bei den Großen des deutschen Humors? Oder bei den großen Fernseh-Kommissaren?
Im Zweifelsfall über das eine zum anderen. Die Polizeiarbeit gefällt mir schon gut. Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann ginge es dort hin.

Das Konzept der Sekretärin, die Mordfälle löst, erinnerte uns spontan an Evelyn Hamann in „Adelheid und Ihre Mörder“.
Ja, grundsätzlich schon – ob wir das dann ebenso gut hinkriegen wie die Kollegen, ist die nächste Frage. Ich muss immer an Miss Marple denken, wobei die ja nun wesentlich älter ist als ich. Das Konzept ist schon so, dass Klara klassische Detektivarbeit leistet und sich über ihre Kompetenzen hinaus in die Fälle wirft.

Geht es bei „Alles Klara“ ähnlich skurril zu wie bei diesen Vorbildern?
Felix Eitner, der den Kommissar spielt, und ich schießen uns da ein bisschen die Bälle zu – da entsteht dann schon eine Situationskomik zwischen den total unterschiedlichen Charakteren. Klara versucht sich immer zurückzuhalten, das gelingt ihr aber gar nicht. Dem Hauptkommissar entgleitet dann alles irgendwie, und er hat seinen Fall nicht mehr so ganz im Griff. Da entstanden einige Dialoge auch erst vor Ort. Wir hatten natürlich Drehbücher, aber mit manchen Kollegen entsteht so ein gewisses Spielkarma.

Das Ganze auch mit viel Action?
Am Anfang von „Alles Klara“ gibt es einen Unfall. Bei ihrer ersten Begegnung stolpern der Kommissar und Klara im wahrsten Sinne des Wortes übereinander – mit Fahrrad und Auto allerdings. Da gab es schon ein paar Stunts. Aber sonst geht es eher beschaulich zu im pittoresken Quedlinburg.

Und tauscht du jetzt Köln gegen das schöne Quedlinburg ein?
Ich bin eine Großstadtpflanze! Ich bin mitten im Belgischen Viertel aufgewachsen, und meine Eltern sind sonntags mit mir über die Ringe spaziert anstatt in den Wald. Im Harz ist es wunderschön, aber ich brauche Cafés wie das Orlando. Wenn ich komme, werde ich schon gefragt: „Pfannkuchen mit Kirschen, Wolke?“ Das mag ich, ohne viel Chichi, wie mein zweites Wohnzimmer.

Wo bist du sonst gerne in Köln?
Erst letztens habe ich von morgens 10 Uhr bis abends 10 Uhr hier mit Freundinnen gesessen und geklönt. Zwischendurch gehen wir shoppen in kleinen Läden wie 1000 Fliegende Fische, Madamski und Iriselle. Und wenn die Sonne scheint, sitze ich gerne auf der Terrasse von der Filmdose – da herrscht ja auch eher Großstadtromantik mit dem Bahndamm gegenüber.

Aber morgen reist du schon wieder ab? Hast du genug Köln getankt?
Ja, ich ziehe für eine deutsch-österreichische Co-Produktion drei Monate nach Wien. Aber dort bin ich mit Cafés bestimmt nicht unterversorgt!

Das Gespräch führte Astrid von Reth