Stadtplanung wird in Köln spätestens seit den Sechziger Jahren kritisch beäugt. In der Tat sind die urbanen Fehlgriffe, die die Nachkriegszeit mit sich brachten, noch heute vielerorts spürbar – und da soll ein erneuter „Masterplan“ Abhilfe schaffen? Doch die Vorstellung des in zweijähriger Arbeit entstandenen Werks ließ Politik, Wirtschaft und nicht zuletzt Bürger aufatmen: Statt mit der Sense ist das Büro des angesehenen Städteplaners Albert Speer (unter anderem bei Projekten in Frankfurt und China erfolgreich) mit der Lupe durch die Stadt gegangen und hat genau die Stellen rot markiert, an denen sich das teils arg zerrissene Stadtbild sinnvoll komplettieren lässt – in einem theoretischen Zeitraum von fünfzehn Jahren.

Schwerpunkte sind die Rheinufer mit den Sahnestücken Deutzer und Poller Hafen sowie das ewige Experimentierfeld der inneren Ringe. Utopische Neugestaltungen wie die komplette Untertunnelung der Innenstadt enthält der Plan ausdrücklich nicht – und Speer zeigt sich noch mehr als Realist, wenn er zum Abschluss seines Vorworts betont, das Verwirklichen der Ideen sei „anspruchsvoll und wird nur durch eine intensive Zusammenarbeit der Beteiligten gelöst werden können.“ Darauf sind wir wirklich gespannt! Daniel Giebel