Wow, Ihre Tasche ist riesig! Eine Tasche kann nie zu groß sein. Es könnte doch jeden Tag sein, dass ich spontan ein Angebot zum Verreisen bekomme, und dann muss ich alles bei mir haben.
Uns ist Ihr klassischer Stil aufgefallen. Laufen Sie auch mit Fliege durch die Stadt? Ich war noch nie casual. Ich besitze auch nur zwei T-Shirts und zwei Jeans. Krawatte und Fliege gehörten schon immer zu meiner Garderobe. Accessoires sind das Einzige, was einen Mann schmücken sollte. Dabei muss aber nicht immer alles perfekt sein, deswegen trage ich auch die Krawatte etwas schief und locker.
Sie haben sich also bewusst entschieden, nicht lässig zu sein? Jein. Ich bin im Kommunismus aufgewachsen, und meine Eltern haben immer auf meine Kleidung acht gegeben. Schon als Junge trug ich Trenchcoat und Krawatte. Casual war mir schon immer zu einfach, zu langweilig. Am Ende ist es ja auch nur eine Uniform, wie alles andere.
Was bedeutet für Sie Mode? Kleidung ist für mich ein Kommunikationsmittel, eine Form des Absetzens. Aber nicht nur, es hat auch mit Wohlfühlen zu tun.
Und in Ihren bunten Socken fühlen sie sich wohl? So ist es. Ich trage schon sehr lange bunte Socken. Jetzt trägt sie aber jeder Zweite, und deshalb schmeiße ich sie im Frühling weg.
Ein wenig radikal. Ich finde nicht.
Würden sie sich als Fashion-Freak bezeichnen? Definitiv. Ich kaufe aber trotzdem nur, was mir gefällt.
ap

DARIUSZ‘ OUTFIT
„Wie so oft bei mir eine Mischung aus Alt und Neu: Cardigan und die bunte Krawatte sind vintage, die Schuhe von Costume National und das restliche Outfit von ,Herr von Eden‘. Ganz wichtig: mein Duft von Comme des Garçons.“