Ihre Entscheidung begründet die Jury damit, dass mit dem Rheinauhafen ein „architectural playground“ die Stadt bereichere, der dank der Kranhäuser die seit 130 Jahren vom Dom bestimmte Skyline positiv verändere. Außerdem werden die dort ansässige Architektur, das Restaurant Kap am Südkai, die Werft 11 und das entstehende art’otel als gewichtige Argumente für einen Besuch des modernen Kölns gewertet.

Wenngleich die Jury mit Beirut auf dem ersten Platz eine recht wagemutige Entscheidung getroffen hat, dürfen wir Kölner uns doch mit etwas Stolz auf diese Liste berufen: In einem Umfeld, in dem Berlin aufgrund der Veranstaltungen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls auf Platz vier landet und mit Wien auf Platz acht nur eine weitere deutschsprachige Metropole genannt wird, macht sich die Domstadt doch mehr als gut. Bedenkt man den provinziell anmutenden Streit um die Beleuchtung der Kranhäuser und die vielen negativen Meinungen ob ihrer Architektur, wird hier einmal mehr klar, wie oft der Prophet im eigenen Land nicht viel gilt. Aber vielleicht hilft es dem Kölner Selbstbewusstsein ja etwas auf die Sprünge, wenn im fernen New York jemand den Rheinauhafen feiert. Dann müssen wir nur noch mitfeiern! Martin Steuer