Am 8. August beginnt für den 1. FC Köln die neue Bundesliga- Saison mit einem Auswärtsspiel in Dortmund. Das ist sicherlich spannend, aber für viele Fans startet die Saison schon früher, nämlich am 24. Juli: Mit dem offiziellen „Poldi kütt no hus“-Spiel. Dann kommt Podolskis Affäre, der FC Bayern München, zu einem Testspiel gegen seine wahre Liebe, den FC, ins RheinEnergieStadion. Das wird sicher ausverkauft und die Fans laut sein, wenn sie ihren frisch komponierten „Poldi-Song“ anstimmen. Endlich ist die Kölner Fußballwelt wieder in Ordnung. Die Frage ist, wie lange, denn der FC muss in den ersten acht Spielen der Saison sechs mal gegen Mannschaften ran, die in der letzten Spielzeit ganz vorne standen. Viele prophezeien, dass die „Fast-schon-im-UEFA-Cup“-Euphorie spätestens im Oktober vorbei ist und in Köln wieder Weltuntergangsstimmung herrscht.

Ich glaube das nicht. Sicher, es ist verlockend, über einen Verein herzuziehen, der schon lange nichts mehr Greifbares erreicht hat und dessen Anhänger sich trotzdem gebärden, als gehörten sie in die Champions League. Aber: Köln hat seine große Liebe wieder. Köln hat einen motivierten, jungen, neuen Trainer. Und Köln hat Fans, die beim ersten öffentlichen Training mit ihrem liebstem Spieler in Scharen nach Müngersdorf gefahren sind. 20 000 waren da, doppelt so viele wie an Christoph Daums erstem Arbeitstag. Und zehnmal mehr als beim Trainingsauftakt der großen Bayern aus München. Da kamen nämlich nur 2 000 Leute. Kein Wunder, die haben ja auch keinen Podolski mehr.
Anna Peuckert