Herr Kloeppel, zwischen welchen beiden Terminen treffen wir Sie jetzt an?
Wir hatten gerade ein Treffen mit allen Reportern und den Leitenden Redakteuren der Zentrale. Die sieht man selten alle zusammen. Und um 17.30 Uhr gehe ich in die Redaktion und bereite die nächste Sendung vor.

Denkt man nach 20 Jahren als Chefmoderator und 8 Jahren als Chefredakteur nicht daran, weiterzuziehen?
Nicht, wenn einem der Job Spaß macht! Ich habe ja nicht nur diese Beschäftigung als Moderator, ich konnte in den 20 Jahren viel mehr machen: Interviews, Dokumentationen, wir haben die Journalistenschule gegründet. Die letzten 20 Jahre haben sich nie angefühlt wie ein langer ruhiger Fluß, da waren viele Stromschnellen drin.

Für unseren Gesprächsort wählten Sie den Domblick vom Hyatt Hotel aus – wollten Sie nie in Köln wohnen?
Ich habe bis 1995 in der Südstadt und im Belgischen Viertel gewohnt. Mit der Familie hat sich eher Bonn angeboten, und Köln habe ich immer stärker als Arbeitsstätte verstanden. Was ich aber bis ans Lebensende mit Köln verbinden werde, ist die Geburt unserer Tochter im Severinsklösterchen 1996 – die ist ein echt kölsches Mädel!

Ihre 15-jährige Tochter Geena veröffentlicht Clips mit eigenen Songs auf YouTube. Was würden Sie antworten, wenn sie sagen würde: „Papa, bring mich mal beim Bohlen unter!“?
(lacht) No way! Das würde sie auch nicht sagen, weil sie eine ganz andere Musikrichtung vertritt. Geena versteht sich als Singer/Songwriterin und möchte ihre eigenen Sachen vortragen. Deswegen wäre eine Casting-Show, wo nachgesungen wird, gar nichts für sie.

Haben Sie derzeit ein Lieblingslied?
Ich finde Tim Bendzko sehr lustig mit „Nur noch kurz die Welt retten“, weil das so typisch ist – gerade in unserer Branche. Ich kenne viele Leute, die ein bisschen so sind.

Sie agieren bei RTL als seriöser Moderator zwischen Daily Soaps, „Scripted Reality“ und Spinnenessen im Dschungel. Stößt Ihnen das manchmal sauer auf?
Überhaupt nicht, auch ich habe mit Begeisterung fast jede Folge „Dschungel“ geguckt. Beim Spinnenessen muss ich nicht unbedingt zuschauen, aber in anderen Momenten habe ich auch laut gelacht und mich köstlich amüsiert. Unsere Zuschauer können ja sehr wohl zwischen Realität und Unterhaltung unterscheiden, und deshalb habe ich damit auch gar kein Problem.

Gibt es Pläne zu Ihrem Jubiläum?
Wir werden am Abend wahrscheinlich in der Redaktion eine Flasche Sekt aufmachen und ein paar Häppchen essen. Vielleicht blicken wir in der Sendung ein bisschen auf die 20 Jahre zurück, oder die Redaktion überlegt sich etwas Verrücktes und will mich überraschen. Aber im Nachrichtengeschäft müssen wir ja immer weiter machen. Dann sollte man am nächsten Morgen keinen dicken Kopf haben.

Wohin laden Sie ihre Frau zum Valentinstag ein?
Der ist heute in einer Woche, oder? Mei oh mei! Wir sind da eher bodenständig, bleiben zu Hause und vielleicht gibt es etwas Schönes zu essen. Ansonsten versuchen wir natürlich, jeden Tag Valentinstag zu haben.

Kochen Sie dann selbst?
(lacht) Naja, vielleicht ein Risotto, aber für große Taten reichen meine Kochkünste nicht aus. Wenn ich richtig gut essen will, gehe ich dahin, wo ein Profi kocht, nicht so ein Dilettant wie ich.

Das Gespräch führte Martin Steuer