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Minh From Vietnam


Minh From Vietnam
Vernissage – Öl auf handgemachtem Papier

Minh wurde in Thai Nguyen, einer kleinen Stadt in der gleichnamigen Provinz im Norden von Hanoi, Vietnam, geboren, die vor allem für ihre schier endlosen immergrünen Teeplantagen und ihre unberührte Natur und Tierwelt weit über Vietnam hinaus bekannt ist.
Als Kind beschloss seine Familie, nach Ho-Chi-Minh-Stadt (welche bis zum Ende des Vietnamkriegs im Jahre 1975 den Namen Saigon trug) im Süden Vietnams zu ziehen. Der Umzug von der noch weitgehend unberührten Provinz im traditionellen und kommunistisch geprägten Norden in die größte und schillernde Metropole im Süden des Landes, die seit Jahrzehnten unter dem Einfluss der westlichen Kultur stand, war deshalb mit einschneidenden kulturellen und sprachlichen Erfahrungen verbunden. Für Minh ein entscheidender Wendepunkt in seinem Leben. Seine neuen Erfahrungen und Eindrücke begann Minh schon bald in Zeichnungen und Gemälden zu verarbeiten und seine Gefühle und Emotionen nahmen Form an.

Nach dem Abschluss seines Studiums an der Ho Chi Minh University of Fine Arts im Jahr 2010 entwickelte Minh seinen eigenen Stil weiter. Es begann damit, verschiedene, teils ungewöhnliche Komponenten und Materialien in seinen Bildern zu verarbeiten, um unter anderem Farbeigenschaften und Viskosität der verwendeten Ölfarben zu verändern. In Erinnerung an seine frühe Kindheit verwendete Minh aus der Natur stammende Materialien, auch Metalle, und bearbeitete diese vor der Verschmelzung in seinen Kunstwerken beispielsweise mit Feuer. Charakteristisch für diese Kunstwerke sind eine außergewöhnlich plastische Wahrnehmbarkeit sowie einzigartige Farben und Strukturen, welche auf konventionelle Art und Weise nicht hervorgebracht werden können.

“Manchmal ist es, als könnte ich tief in die unterschiedlichen Schichten hinein sehen, wo ich unbekannte Formen, Strukturen und Farben entdecke. Es versetzt mich in Trance, es ist, als öffnete ich eine Tür zu einer fremden, strahlenden und sich ständig verändernden Dimension. Jedes Mal, wenn ich von dort zurückkehre, bin ich voll neuer Impressionen und erfüllt von dem Verlangen, das sichtbar zu machen, was für die menschlichen Augen verschlossen ist.“
– Minh

Für Minh gleicht die Kunst des Malens dem Klavierspiel. Während der Musiker eine Melodie durch das Drücken von Tasten und Pedalen kreiert, greift Minh zu Farbe und was immer ihm in den Sinn kommt. In seiner jüngsten Schaffensperiode experimentierte Minh mit dem Fließverhalten und der Absorption von Ölfarben auf verschiedenen Oberflächen. Die Ergebnisse sind atemberaubend und führten zu seiner neuesten Serie: Öl auf traditionellem handgemachtem vietnamesischem Papier (Giấy dó), einem Material, das ausschließlich in Vietnam hergestellt wird und ein Zeugnis von Minhs tiefer Naturverbundenheit darstellt.

Minhs allererster Besuch in Deutschland stellt für alle Kunstfreunde die vermutlich einmalige Gelegenheit dar, seine einzigartigen Kunstwerke zu bestaunen und sich darüber hinaus mit dem Künstler selbst auszutauschen, dessen Töchter – das am Rande erwähnt – auf die Namen „Rot“ (Yên Chi) und „Türkis“ (Lam) hören.


Nächster Termin

Mittwoch, 19.06.2019

Beginn

19:00 Uhr

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