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Heymoonshaker im Interview

Heymoonshaker besteht aus dem Master-Beatboxer Dave Crowe und dem Blues-Gitarristen/-Sänger Andy Balcon. Im Interview philosophieren sie über chinesischen Lipgloss, Cher und die Attitüde eines Heymoonshakers.



Heymoonshaker sind DIE Sensation, auf die Musikliebhaber mit Vorliebe für das gewisse Etwas gewartet haben. Das einzigartige Duo besteht aus dem Master-Beatboxer Dave Crowe und dem Blues-Gitarristen und Sänger Andy Balcon. Dave und Andy lernten sich 2009 auf ihren Weltreisen in Neuseeland kennen und beschlossen, ihre Interessen für Blues und Electronic Bass Music zu vereinen. Mit ihrer EP „Shakerism“ gehen die beiden auf Tour und machen auch in Leipzig Halt – und den EP-Titel zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Im Interview philosophieren die beiden über chinesischen Lipgloss, Cher und die Attitüde eines Heymoonshakers.

Was bedeutet Heymoonshaker?
Andy: Ich finde, das sollte das Publikum entscheiden. Es hat keine wirkliche Bedeutung, sondern ist eine Wortkreation. Es ist, was immer du willst, was es ist es. Wir sind dankbar für jegliche Interpretationsideen (lacht).

Was sind denn eure?
Andy: Wenn ich Heymoonshaker sage, beschreibt es das komplette Gefühl von Freiheit.
Dave: Für mich bedeutet Heymoonshaker, jemanden oder etwas befreien. Es beschreibt etwas Grundpositives und zu tun, was ich will. 

Die Kombination aus Gesang und Beatboxing im Blues-Style – wie ist das entstanden?
Dave: Ich bin ein Beatboxer.
Andy: Und ich bin ein Blues-Gitarrist. (lachen)

Ach so…
Dave: Ehrlich gesagt, das ist es wirklich. Wir haben uns getroffen, sind viel herumgereist und teilten uns einen Raum. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht. Es passte einfach. Wir haben beide eine Leidenschaft. Und wenn zwei Menschen sich treffen und diese beiden Leidenschaften kombinieren, kommt das dabei heraus. 

Wie beeinflusst eure Reiselust eure Musik?
Dave: Ich würde sagen, die Reisen machen dich aufmerksamer und vor allem offener anderen Menschen und Dingen gegenüber. Bei mir ist es so, dass ich viel mehr hinterfrage, auch mich selbst. 

Bei euren Videos hat man immer das Gefühl, es findet zwischen euch ein Battle statt. Wer gewinnt?
Andy: Ehrlich gesagt, wusste ich das gar nicht (lacht). Auch wenn es in Videos manchmal so aussieht – da gibt es keinen Kampf. 
Dave: Naja, vielleicht am Anfang. Bevor wir begannen, gemeinsam Musik zu machen, waren wir beide Frontmänner. Und wir wollten beide der Frontmann bleiben. Also haben wir die ersten sechs, sieben Monate gekämpft. Aber dann hat uns jemand gesagt, dass dieses Gerangel ziemlich offensichtlich ist – und dass es nicht sehr schön ist, das mit anzusehen. Also haben wir das geändert. Aber… ich würde definitiv gewinnen (lacht). 

Andy, wie findest du es, dass du mit Tom Waits verglichen wirst? 
Andy: Hmmm… Ich mag Tom Waits. Es ist ein riesen Kompliment, weil ich ihn wirklich fantastisch finde.

Es hätte dich schlimmer treffen können!
Dave: Ja, z.B. Cher. 

Dave, was ist dein Geheimnis beim Beatboxing? 
Dave: Man könnte meinen, ich sei ziemlich fit (lacht). Aber ehrlich gesagt, gibt’s da keinen Trick oder so. Es ist einfach nur viel üben und Heimarbeit. Aber einen kleinen Tipp kann ich geben: Ich habe einen Lipgloss in China gefunden. Und der macht deine Lippen mehr bouncy – also einfach beatbox-freundlich. Ich dachte, ich nenne diese Entdeckung einfach Beatbox-Lipgloss.

Und das ist dein Geheimnis? Ein chinesischer Lipgloss?
Dave:
Wenn du so fragst, klingt das natürlich ziemlich uncool… Ok, harte Arbeit ist mein Geheimnis (lacht).

Und du Andy, deine Stimme kommt ganz klassisch von Whiskey und Zigaretten?
Andy: Ja, man könnte das annehmen. Weißt du, wenn du auf der Straße als Musiker singst, musst du manchmal lauter sein als die Straßengeräusche wie Autos und Züge. Du schreist quasi ständig dagegen an, wieder und wieder – und dann hast du irgendwann so eine Stimme (lacht).

Ihr wart Straßenmusiker – vermisst ihr manchmal die Zeit?
Dave: Vor einigen Wochen war ich seit einem Jahr mal wieder auf der Straße. Und es ist einfach so wunderbar. Als ich vor ein paar Jahren angefangen habe, auf der Straße zu beatboxen, war noch kein anderer da. Als ich vor vier Wochen in London war, waren dort drei Beatboxer auf der Straße und die hatten ein dermaßen hohes Level – das war unglaublich cool. Also ja, ich vermisse es, aber ich bin wieder dahin zurückgekehrt. 

Genieß es. Vielleicht kannst du das zukünftig nicht mehr machen.
Dave: Warum?

Wenn ihr noch populärer werdet, lassen dich die Mädels dann nicht mehr in Ruhe beatboxen, sondern verfolgen dich.
Dave: (lacht) Ach so, na aber deswegen tue ich das doch!!! Wir müssen damit dann halt leben. Wenn wir uns entscheiden, eine Rock’n’Roll-Band zu sein, müssen wir auch alles mitnehmen, was der Erfolg mit sich bringt. Und unser Ziel ist es, auf der ganzen Welt zu spielen, Stadion-Gigs zu machen und all das Rock’n’Roll-Zeugs. Wenn dich dann jemand beim Kaffeetrinken nervt, dann ist das so. Und ich denke, ich bin eine Person, die sowas auch genießt und gut damit leben kann. 

Welche Ziele habt ihr mit Heymoonshaker?
Dave: Um die Welt reisen und sie zum Lächeln bringen.

Heymoonshaker treten am 13.04.2014 im Milla auf.

Mehr über das einzigartige Duo aus London erfahrt hier.


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