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PRINZ Test: Pleißenburg

Wir haben uns durch die gut-bürgerliche Küche der Pleißenburg gefuttert. Wie es uns gemundet hat, erfahrt ihr hier.



© Katharina Horschke
Zwischen dem allseits bekannten La Grotta und zahlreichen Gastronomiebetrieben im Petersbogen versteckt sich ein
Restaurant der etwas anderen Art. Von außen vielleicht leicht zu übersehen, scheint im Inneren dieser Location die Zeit stehen geblieben zu sein: Die Einrichtung ist – naja, sagen wir mal … „urig“. Lange Rede, kurzer Sinn – wir haben uns an einem schönen Frühlingsabend auf den Weg in die Pleißenburg begeben, um uns durch die rustikale Küche zu futtern und euch nun zu berichten, wie es uns gemundet hat.
 

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Tatsächlich wären wir fast an der Hausnummer 2 vorbeigegangen, denn der Freisitz der Pleißenburg ist eher unauffällig und tarnt sich perfekt zwischen der vielfältigen Tisch- und Stuhlflora, die auf der kurzen Ratsfreischulstraße so prächtig gedeiht. Hier wird äußerlich also nicht viel Aufhebens gemacht, doch nach einem kurzen Schritt durch die Tür finden wir uns in einem urgemütlichen Kneipenrestaurant wieder, das mit Kamin und mannigfachem Deko-Klimbim vorerst zum Staunen, dann aber zum Hinsetzen und Bleiben einlädt. Ein Blick an Wand und Decke allein erzählt eine ganze Geschichte über das Leipzig längst vergangener Zeiten. Wir fragen uns, ob wohl das Essen hier wohl auch von gestern ist.

„Müsst ihr hier so früh am Morgen aufkreuzen?“

© Katharina Horschke
„Das nächste Mal bitte zu einer angenehmeren Zeit!“ Okay, die nicht ganz ernst gemeinten Worte der Kellnerin hätten manch zart besaitete Person wohl dazu bewegt, augenblicklich den Tisch zu verlassen – doch nicht uns! Das freundliche Lächeln, welches folgt, beseitigt alle Zweifel, dass wir hier nicht willkommen sein könnten und flugs wird uns die umfangreiche Speisekarte gereicht. Wir erfahren, dass alle Gerichte – wie sollte es auch anders sein – frisch und mit viel Liebe zubereitet werden und dass das Restaurant täglich von 9 Uhr bis 5 Uhr früh (!) geöffnet hat. Kleine Anmerkung am Rande: Die Pleißenburg ist eine Rauchergaststätte. Wer auf blauen Dunst beim Essen gut und gerne verzichten kann, sollte sich also vielleicht lieber auf dem Freisitz platzieren. Auf eine weitere Besonderheit werden wir gleich am Eingang hingewiesen: Hier kann man noch mit D-Mark bezahlen. Wer also noch ein paar von den ollen Münzen zu Hause herumliegen hat, kann diese beim Besuch in der Pleißenburg gleich loswerden.

Durch und durch bodenständig

Angeboten wird deutsche, gut-bürgerliche Küche mit viel Fleisch! Aber auch vegetarische Alternativen, verschiedene Desserts sowie Suppen und Snacks für den kleinen Hunger befinden sich auf der proppenvollen Speisekarte. Auf den ersten Blick finden wir zwar nichts, was wir noch nie gegessen hätten, aber dafür eine super große Auswahl! Die Preise sind absolut erschwinglich, wobei ausgewählte Gerichte in der Zeit von 11 bis 14 Uhr noch günstiger werden. Der Mittagstisch der Pleißenburg hält vollwertige Mahlzeiten bereit, unter denen sich auch Kuriositäten wie „Braumeistergulasch mit Körnchennudeln“ (5,90€) oder „Flecke-Eintopf“ (4,90€) befinden. 

Dies oder Jenes? Oder doch lieber …

© Katharina Horschke
Nach minutenlangem Kartenstudium entscheiden wir uns gegen ein solches Wagnis und für frischen Spargel aus Kyhna mit Schinken und Kartoffeln (9,80€) sowie für den Klassiker schlechthin: Schnitzel mit Blumenkohl und Kartoffeln (7,50€). Nach kurzer Wartezeit werden die dampfenden Teller aufgetischt. Wie wir uns schon gedacht hatten, sind die beiden Portionen überaus großzügig. Der Spargel ist wirklich frisch und schmeckt genau so, wie Spargel eben schmecken sollte: nach Spargel. Die Stangen sind zwar etwas dicker, aber meine Angst vor hölzernen Enden erweist sich als absolut unbegründet. Beim Schinken handelt es sich um ganz normalen Kochschinken aus der Packung – nichts Besonderes also. Dennoch in Kombination mit den weißen Stangen ein rundes Geschmackserlebnis! Und auch das Schnitzel kann geschmacklich punkten. Die Panade ist frisch und in ihrem Innern verbirgt sich ganz zartes Schweinefilet. Das einzige kleine Manko auf unseren Tellern stellen die Kartoffeln dar, die anscheinend irgendwie zu lange im Wasser lagen. Doch es gibt schlimmere kulinarische Übel als das!
Nach dem letzten Bissen fühlen wir uns wie die Speisekarte – voll! Zufrieden und mit dem fabelhaften Gefühl, gut gegessen und dafür nicht viel bezahlt zu haben, lehnen wir uns zurück.

Unser Fazit: Für Fans der „guten alten“ deutschen Küche ein absolutes Muss! 

Bewertung: 4/5 


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