Porsche Cheyenne, 3er BMW – beim Gedanken an diese Traumwagen blubbert das Herz fast so wohlig wie ein V8-Motor. Denkt man an Suzuki, ist der Puls normalerweise kaum fühlbar. Doch nicht so in den letzten Wochen: Die Stadtverwaltung hatte einen Auftrag über 30 neue Dienstwagen ausgeschrieben. Am Ende machte Suzuki das Rennen. In Zeiten der Autokrise mutierte diese Nachricht von Null auf Hundert zum Skandal. Denn gerade erst hatte sich BMW von 400 Leiharbeitern trennen müssen, die Bänder im Leipziger Werk standen wegen Absatzeinbrüchen tagelang still.

Entsprechend groß die Aufregung: Darf die selbsternannte Autostadt der heimischen Industrie derart in den Rücken fallen? Natürlich nicht, empörte sich die kochende Volksseele so sehr, dass sogar OB Jung die Entscheidung nachträglich bedauerte. Doch genau dieser Populismus ist der eigentliche Skandal. BMW hatte sich überhaupt nicht für den Auftrag beworben. Den Zuschlag hat ein Autohändler in Leipzig-Mölkau erhalten, der einfach das beste Angebot abgegeben hat und hier brav seine Gewerbesteuern zahlt. Gute Gründe also, beim Anblick der Suzuki-Dienst – wagen ruhig Blut zu bewahren. Und Traumwagen sollten wir sowieso lieber uns gönnen, nicht Politessen. ryna