So viel Staub wurde noch nie im Sommerloch aufgewirbelt: Seit ein paar Wochen diskutiert ganz Leipzig immer verrücktere Ideen, wie die Feinstaubbelastung in der Stadt reduziert werden kann. Fakt ist: Bis Mai gab es schon 28 Mal „Feinstaub-Alarm“. Wenn an 30 Tagen im Jahr der Grenzwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft überschritten wird, sieht der Luftreinhalteplan der Stadt drastische Maßnahmen wie Fahrverbote für „Stinker“ vor. Auch generelles Tempo 30 und die „City-Maut“ sind in der Diskussion, in der einiges schief läuft. Erstens: Es gibt in Leipzig nur drei Mess – stationen. Was aber sagen die Messwerte am Hauptbahnhof über die Luftqualität in den Wohngebieten aus? Zweitens: Dieselbetriebene Baumaschinen verursachen in Leipzig fast ein Drittel der Ruß- Emissionen. Soll dann etwa nichts mehr gebaut oder saniert werden?

Drittens: Beim Nato-Gipfel im Frühjahr in Baden-Baden herrschte dort in der City absolutes Fahrverbot, die gemessene Feinstaub – belastung blieb jedoch gleich. Lokale Fahrverbote bringen also wenig bis nichts. Dabei wäre es durchaus sinnvoll, den Umstieg auf Fahrrad und ÖPNV attraktiver zu machen. Doch im August wurden die MDVTicketpreise erhöht und das Radfahren in Teilen der Innenstadt verboten. Wie passt das alles zusammen? Gar nicht! Planlos und sinnlos werden Auto-, Tram- und Radfahrer schikaniert. Das alles zusammen sorgt in der Stadt erst recht für dicke Luft. Wie kann eigentlich die Bürokraten-Irrsinn-Belastung verringert werden? Die besten Ideen für ein sauberes Leipzig sind gefragt. Rainer Wilde