Ankommen: Die Koffer sind gepackt, das Wohnheimzimmer wartet und das Stullenpaket von Mutti wird für lange Zeit das letzte sein – kein Grund ins Taschentuch zu schniefen. Denn Erstsemesterveranstaltungen sorgen für Durchblick im Unidschungel. Nirgendwo lassen sich besser Kontakte knüpfen als auf einer der legendären Semesterauftaktpartys in der Moritzbastei. Ein kosten loser Streifzug über den neuen Campus am Augustusplatz wird jeden ersten Samstag im Monat angeboten (Treffpunkt ist das Leibniz-Denkmal im Campus-Innenhof) und alle Fragen von der Einschreibung bis zum Semesterbeitrag beantwortet die Ersti-Hilfe des StudentInnenrates. Wer beim Uniradio Mephisto oder der Zeitschrift Sturaktiv mitmischt, kann nebenbei wertvolle Tipps älterer Kommilitonen abfassen. Und weil Mundpropaganda alles ist, lohnt sich das Anmelden in einer der Studiengangsgruppen bei studivz.net auf jeden Fall.
1) Semesterauftaktparty des StuRa, Moritzbastei, Do, 15.10., 20 Uhr, moritzbastei.de
2) Ersti-Hilfe und Mitmachen bei Sturaktiv über stura.uni-leipzig.de
3) Radiomachen und Kontakte knüpfen bei mephisto976.uni-leipzig.de

Essen: Mit vollem Magen lernt es sich einfach besser, deshalb locken knapp 20 Mensen und Caféterien des Studentenwerks mit Leckereien für den schmalen Geldbeutel – das Herzstück ist die kürzlich eröffnete Mensa am Park in direkter Nähe zum neuen Campusgelände. Pasta- und Salatschmankerl gibt es hier schon ab 1,50 Euro. Ein Tipp für knurrende Mägen vor der 11-Uhr-Vorlesung ist das Café Barfusz am Markt 9, der Morgenkaffee mit Brötchen und Marmelade kostet gerade mal 2,90 Euro. Auch in der Baguette Company regieren die kleinen Preise, sobald man den Studentenausweis zückt. Und wer sich den Bauch in diversen Restaurants zum halben Preis vollschlagen will, ist mit einer United- oder Happy Dinner Card gut beraten.
1) Baguette Company: City, Brühl 4, Tel. 225 93 52, Mo-Fr 7-21, Sa 9-21 Uhr, baguettecompany.de
2) Studentenwerk: Eine Übersicht aller Mensen und Caféterien mit Preislisten unter studentenwerk-leipzig.de
3) Unitedcard: Essengehen zum halben Preis oder Rabatte bis 50 Prozent unter unitedcard.de und happydinnercard.de

Kneipen: Dass es in den Hörsälen regelmäßig aus der letzten Reihe schnarcht, könnte am ausufernden Leipziger Partyangebot liegen. Dienstags treffen sich Bachelor und Diplomer am Tresen des Studentenkellers (StuK). Das 1,20-Euro-Bier wird nur vom Sauren Apfel für einen Euro getoppt, der jeden Donnerstag im TV Club über die Theke geht. Samstags und mittwochs wird beim „All You Can Dance“ in der Moritzbastei (hier hat einst sogar Angela Merkel eine flotte Sohle hingelegt) getanzt bis die Hufe brennen. Zu subkulturellen Events pilgert das Studentenvolk regelmäßig ins Victor Jara.
1) TV Club: City-Nord, Theresienstraße 2, Tel. 550 39 85, tv-club-leipzig.de
2) StuK: City-Südost, Nürnberger Straße 42, Tel. 993 86 92, stuk-leipzig.de
3) Victor Jara: Plagwitz, Zschochersche Straße 12, Tel. 420 66 30, victor-jara-le.de

Lernen: Die Kunst des perfekten Referates, frei nach Martin Luther: „Tritt fest auf, mach’s Maul auf, hör‘ bald auf!“ Mindestens so wichtig wie die inhaltliche Komponente ist die Präsentation eines Referates. Wer bei seinem Vortrag die Zuhörer vergisst, der befördert oft das kollektive Einschlummern. Deshalb sollte man unbedingt folgende Expertentipps beachten:
1. Auch bei freien Vorträgen den Redetext schriftlich formulieren und üben.
2. Einfach sprechen: kurze Sätze und wenige Fremdwörter.
3. Bei Vorformulierungen nicht nur Substantive aufschreiben, sondern auch Verben. Das ergibt am Ende schönere Sätze.
4. Folien nicht zu schnell wechseln. Sonst wird das Referat zum Trickfilm.
5. Das Gesprochene mit Gestik verstärken.
Und um das zu üben, hier die schönsten und ausgefallensten Plätze, um in Leipzig ungestört zu lernen
1) Bibliotheca Albertina: City-Süd, Beethovenstraße 6, Tel. 973 05 00, Mo-Fr 8-22, Sa 10-19 Uhr, ub.unileipzig.de
2) Lesecafé Kawaii: City, Grimmaischer Steinweg 11, Tel. 234 79 90, Mo-Fr 6-22, Sa 9-22 Uhr, kawaii-leipzig.de

Auf der nächsten Seite gibt es weitere Adressen und Tipps für Theater & Kultur, Yoga & Sportangebote sowie für Schwule & Lesben. Theater & Kultur: Dem Unialltag entfliehen können kreative Köpfe im Studentenclub des Theaters der Jungen Welt (Lindenau, Lindenauer Markt 21, Tel. 48 66 00, tdjw.de). Wer hier mit der Immatrikulationsbescheinigung winkt, spart bei den Kartenpreisen außerdem fast die Hälfte. Am ersten Sonntag im Monat schmeißen Kommilitonen beim Poetry Slam im Indie-Club Ilses Erika mit lyrischen Wortfetzen um sich und beim jährlichen Sturakete Bandcontest nehmen studentische Nachwuchsbands die Bühne der Skala in Beschlag (livelyrix.de). Seit 1991 hat sich das „Leipzig liest“-Festival zur Pilgerstätte für junge Literaturfans gemausert (leipzig-liest.de). Großes Kino für kleines Geld (Studenten zahlen nur zwei Euro) gibt es dienstags im Hörsaal an der Jahnallee.

Yoga und andere Sportarten: Keine Pumper und Poser, aber stramme Studentenwaden trifft man im No.1 Fitness zum Schnäppchen-Monatspreis von knapp 20 Euro. Hier wird mit direktem Blick auf die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) geschwitzt, die alternativ auch eigene Sportkurse anbietet. Wer einen Platz im Uni-Zentrum für Hochschulsport ergattern will, sollte noch vor der Sonne aufstehen – die Onlineschlacht um die besten Kurse beginnt immer kurz vor Semesterstart (hochschulsport-leipzig.de und sport.htwk-leipzig.de).
1) No.1 Fitness: City-Süd, Karl-Liebknecht-Straße 143, Tel. 225 73 64, Mo-Fr 7-24, Sa/So, 8-22 Uhr, no1-fitnessleipzig.de

Queer: Gender Bender und Riot Grrrls sollten unbedingt auf einer der Zacker-Sausen vorbeischauen (zacker-nights.de). Legendär sind auch die lesbisch-schwulen Pony- und Havanna Club-Partys. In den Cafés Alabama und Apart plauschen Gays wöchentlich an Stammtischen und die hochschWul-Vereinigung des StudentInnenrates trifft sich mittwochs in der Beratungs- und Kulturstätte RosaLinde. Die Filmreihe „Queerblick“ in den Passage Kinos ist genauso lohnenswert wie das regelmäßige „Queergelesen“ in Lehmanns Buchhandlung (leipzig.gayweb.de).
1) RosaLinde e.V.: City, Lange Straße 11, Tel. 879 69 82, rosalinde.de