Du wurdest vor kurzem mit dem Nachwuchsaward „Designer for Tomorrow by Peek & Cloppenburg “ ausgezeichnet. Gratulation!
Der Award ist eine Riesenchance. Es ist eine tolle Möglichkeit, eine so umfangreiche eigene Kollektion von 30 Teilen machen zu dürfen, sie dann vor dem relevanten Publikum der Modebranche in einem solch professionellen Rahmen zeigen zu können. Geschafft habe ich es deswegen in dem Business noch nicht. Davon kann man wohl erst reden, wenn man über einen längeren Zeitraum, vielleicht von drei Jahren, immer noch von mir hört.

Wie würdest du deine Mode beschreiben?
Ich arbeite sehr konzeptionell. Mit meinem Baukastensystem sind die jeweiligen Kleidungsstücke frei und individuell miteinander kombinierbar. Dadurch ergeben sich immer wieder neue Looks. Kleine Kunstwerke, wie ich finde. Ziel ist, dass meine Kollektion nicht nur auf dem Laufsteg ankommt, sondern auch auf der Straße.

Und in Leipzig fing alles an?
In meiner Heimatstadt habe ich bei Mode Münch in Connewitz in der Simildenstraße meine Ausbildung als Damenschneiderin gemacht. Das war großartig und hat mich hervorragend auf das Studium in Berlin vorbereitet. Frau Münch war die beste Ausbilderin, die man sich wünschen konnte. In ihrem Atelier, jetzt in der Bornaischen Straße, unterstützt sie mich auch bei der aktuellen Kollektion und näht sogar einen Großteil davon.

Wie hat sich die Stadt in Sachen Mode entwickelt?
In meiner Zeit in Leipzig hatte ich noch nicht so viel von der Modeszene mitbekommen. Jetzt habe ich Eva Howitz und Frieder Weissbach kennengelernt, die ich beide großartig finde. Ich habe das Gefühl, dass momentan recht viel in den Straßen Leipzigs passiert. Das freut mich.

Und was passiert in deiner aktuellen Kollektion gerade?
Meinem Baukastensystem bin ich treu geblieben. Dieses Jahr arbeite ich unter dem Motto „support your local heroes“. Dafür haben Berliner Künstler Stoffmuster entworfen, die ich statt der Primärfarben aus meiner Gewinnerkollektion „Baukasten Individualisten 12/6/24“ in die Kleidung einsetzte. Die Kollektion ist überraschend, da sie zwar auch aus den Modulen besteht, aber der erste Eindruck doch ein ganz anderer ist.

Deine weiteren Pläne…
Ich werde mich darauf konzentrieren, das Label Kiesel aufzubauen. Mit der Gewissheit, dass ich auf dem richtigen Weg bin, muss ich nur noch sehen, wie das funktionieren kann…

Was war eigentlich dein erstes eigenes modisches Werk?

Richtig zu nähen, brachte mir meine Oma in Eilenburg bei: Schnitt, Passform und gerade Nähte – das war eine harte Schule, hat aber viel Spaß gemacht. Mein erstes Werk war eine Schlaghose mit Sonnenblumenmuster in Gelb, Blau und Grün – sehr speziell.

Kommen wir zum Stichwort Modetrend 2012 – Was erwartet uns noch?
Damit beschäftige ich mich nicht wirklich. Vielleicht war ja bei meiner Show der ein oder andere Trend dabei (lacht).