Was lösen Schlagzeilen wie „Kommt der nächste Vettel aus Leipzig“ bei dir aus?
Als ich den Artikel gelesen habe, war ich schon geschmeichelt und habe von vielen Leuten Komplimente dafür bekommen. Trotzdem bleibe ich auf dem Boden der Tatsachen und baue mir keinen Druck auf.

Gewisse Parallelen lassen sich ja nicht abstreiten – auch Sebastian Vettel und Michael Schumacher haben ihre Karrieren auf der Kart-Bahn begonnen. Sind das realistische Vorbilder für dich?
Sebastian Vettel ist auf jeden Fall ein Vorbild. Er hat gezeigt, wie viel man schon in jungen Jahren erreichen kann. Mein größtes Vorbild ist aber der brasilianische Rennfahrer Ayrton Senna, er war sowohl im Kart als auch in der Formel eine Liga für sich.

Du hast mit vier Jahren das erste Mal in einem Kart gesessen – gab es für dich jemals einen Plan B neben dem Motorsport?
Natürlich stand die Schule immer an erster Stelle. Der Motorsport erfordert viel Zeit, trotzdem mache ich nebenher mein Fachabitur, um nicht alle Karten auf den Sport zu setzen.

Was war die riskanteste Situation, die du beim Kart-Fahren erlebt hast – hattest du schon mal wirklich Angst?
Die Starts sind immer eine heikle Sache. Da passieren auch die meisten Unfälle, weil man hier die meisten Positionen gut machen kann. Angst sollte man in diesem Sport nicht haben. Aber Respekt ist wichtig.

Du bist gerade volljährig geworden, andere Jungs in deinem Alter gehen auf die Piste und treffen Mädchen. Du stehst stattdessen jeden Tag 5.30 Uhr auf, gehst joggen, trainierst – hast du das Gefühl, durch deinen Job etwas von deiner Jugend zu verpassen?
Ganz und gar nicht. Weil ich so jung mit dem Sport angefangen habe, war er schon immer ein Teil meines Lebens und um Erfolg zu haben, gehört eben Disziplin dazu.

Wie gehen deine Klassenkameraden mit deinem besonderen Beruf und dem Trubel um deine Person um?
Für die meisten ist es schon zur Normalität geworden.

Wirst du angesprochen, wenn du durch die Leipziger Innenstadt läufst?
Natürlich wurde ich in der Stadt schon ein paarmal angesprochen. Das größte Feedback bekomme ich allerdings bei Facebook.

Durch deinen Job kommst du auch vergleichbar viel herum – wirst du der Stadt trotzdem auch in Zukunft treu bleiben?
Das steht außer Frage – Leipzig ist und bleibt meine Heimatstadt.

Gerade wechselst du vom 40 PS-Kart in die ADAC Formel Masters. Was sind deine Vorsätze für die kommende Saison?
Schwer zu sagen, weil es für mich die erste Saison im Formelsport ist. Die Tests waren vielversprechend und wenn das Team und ich weiter so gut zusammenarbeiten, wird sicher einiges möglich sein.

Was meinst du, womit wird Marvin Kirchhöfer als nächstes Schlagzeilen machen?
Mit Siegen.