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Neu in Leipzig? Das solltest du wissen und unternehmen

Immer wieder wird Leipzig seit einiger Zeit auch ‚Hypezig‘ genannt, weil die Stadt seit einigen Jahren so stark im Trend liegt, dass WG-Zimmer und Wohnungen inzwischen fast genauso begehrt sind, wie solche in der Hauptstadt. Wenn du das Glück hast, dennoch ein Zimmer oder gar eine eigene kleine Wohnung in der bevölkerungsreichsten Stadt Sachsens gefunden zu haben, heißt das leider noch lange nicht, dass du hier auch angekommen bist. PRINZ sagt euch, was ihr zu Beginn gleich erledigen solltet:

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Neu nach Leipzig gezogen und gleich mal einen Blick über die Stadt vom Panorama-Tower (City-Hochhaus) aus genießen. Aber wo danach hin und was unternehmen? Wir verraten dir, was du als frisch Zugezogener in Leipzig wissen und erledigen musst und wie du dich am schnellsten einlebst und die Stadt mit all ihren Facetten kennenlernst.

Die ersten Schritte

  1. Wenn du offiziell neu nach Leipzig ziehst und hier ab jetzt deinen Hauptwohnsitz hast, steht natürlich nach dem Umzug sobald wie möglich die Ummeldung, bzw. die Anmeldung deines neuen Wohnsitzes an. Dazu musst du zu einem der folgenden Bürgerämter:
  • Bürgeramt Otto-Schill-Straße
  • Bürgeramt Paunsdorf-Center
  • Bürgeramt Wiedebach-Passage
  • Bürgeramt Südwest-Zentrum
  • Bürgeramt Ratzelbogen
  • Bürgeramt Leutzsch
  • Bürgeramt Schönefeld
  • Bürgeramt Gohlis-Center
  • Bürgeramt Gohlis-Center – Außenstelle Lützschena-Stahmeln
  • Bürgeramt Gohlis-Center – Außenstelle Lindenthal
  • Bürgeramt Stötteritzer Straße
  • Bürgeramt Böhlitz-Ehrenberg
  • Bürgeramt Wiederitzsch
  • Bürgeramt Liebertwolkwitz
  • Bürgeramt Liebertwolkwitz – Außenstelle Holzhausen

Leipzig gehört zurzeit zu den deutschen Städten mit dem größten Bevölkerungswachstum. Ja, sie führt diese Liste sogar als Spitzenreiter an. Mach dich deshalb darauf gefasst, dass die Bürgerämter Tag für Tag einiges zu tun haben und vereinbare bestenfalls im Voraus einen Termin. Denke bei deinem Besuch des Bürgeramts daran, deinen Personalausweis, das ausgefüllte Meldeformular und die Bestätigung des Wohnungsgebers über den Bezug der Wohnung in schriftlicher Form mitzubringen. Das Meldeformular kannst du hier herunterladen.

  1. Sollte sich deine Anschrift ändern, müssen – vorausgesetzt du besitzt ein Auto – als nächstes natürlich auch die Fahrzeugpapiere angepasst werden. Leipzig ist eine sehr fahrradfreundliche Stadt und du kommst mit dem Rad im Grund überall in kurzer Zeit hin. Manch einer ist allerdings beruflich einfach ans Auto gebunden, dann geht es natürlich nicht anders.

Die Anschrift der zuständigen Zulassungsstelle in Leipzig lautet folgendermaßen (Stand: Mai 2020):

Kfz-Zulassungsbehörde | Technisches Rathau | Haus A

Prager Straße 118 -136 – 04317 Leipzig

Telefon:           0341 123-8464

E-Mail:             Bitte aktivieren Sie JavaScript um diese E-Mail-Adresse anzuzeigen.

Webseite:        www.leipzig.de/zulassung

Für die Ummeldung mitzubringen sind nach Angaben des Bürgerservice:

  • Fahrzeugschein (beziehungsweise Zulassungsbescheinigung Teil I)
  • Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II), gegebenenfalls bei Bank oder Leasinggesellschaft anzufordern
  • Personalausweis oder Reisepass, bei Reisepass zusätzlich Meldebescheinigung
  • Originalnachweise für die gültige Hauptuntersuchung
  • Versicherungsbestätigung (siebenstelliger Code)
  • alte Kennzeichentafeln (zum Entstempeln), sofern Sie nicht vom sachsenweiten Kennzeichenbeibehalt (nur ohne Halterwechsel möglich) Gebrauch machen
  • Lastschrifteinzugsnachweis für die Kfz-Steuer oder Teilnahmeerklärung (SEPA-Mandat)

Übrigens ist es inzwischen keine Pflicht mehr, auch das Kfz-Kennzeichen (Nummernschild) bei einem Umzug zu wechseln. Falls du möchtest, kannst du einfach dein altes Kennzeichen mitnehmen, sobald und obwohl du in einen neuen Zulassungsbezirk ziehst. Möchtest du allerdings das Leipziger „L“ vorne und hinten auf deinem Wagen stehen haben, kannst du dein neues Wunschkennzeichen bei der Zulassungsbehörde im Rahmen der Kfz-Ummeldung abklären. Heutzutage ist es allerdings sogar möglich, die Verfügbarkeit online abzufragen und zu reservieren.

  • Zu den wichtigsten ersten Schritten in deiner neuen Heimatstadt Leipzig zählt letztlich auch, dass du einen Nachsendeauftrag einrichtest. Zwar ist dieser nicht verpflichtend, allerdings musst du sicherstellen, dass wichtige Behörden sowie Banken oder auch Versicherungen dich postalisch erreichen. Es kann immer mal passieren, dass du vergisst, irgendjemandem deine Adressänderung mitzuteilen. Schlimmstenfalls führt das zu Bußgeldern oder zieht sonstige negative Konsequenzen nach sich.

Also: Schau am besten auf der Website der Deutschen Post vorbei und beantrage dort unkompliziert einen Nachsendeauftrag. Dieser kostet für 12 Monate 26,90€ (Stand: Mai 2020). Online zahlst du übrigens weniger, als in einer Postfiliale!

Die verschiedenen Stadtteile kennenlernen

Jetzt aber genug vom behördlichen und organisatorischen Kram und rein ins Leipziger Stadtleben! Als Neuling in Leipzig interessiert dich vermutlich als erstes, wo du am meisten erleben kannst. Oder wo du genau das erleben kannst, was dich interessiert und wo du Leute triffst, die so ticken, wie du. Vielleicht wohnst du ja, ohne es zu wissen, schon in genau dem Stadtteil, der deiner Einstellung und deinem Lebensstil entspricht?

Wir haben in einem anderen Beitrag schon einmal sechs Leipziger Stadtteile genauer unter die Lupe genommen. Schau doch mal rein und lies dir durch, was wir im Detail zu ihnen denken. An dieser Stelle wollen wir nur noch einmal kurz zusammenfassen, welches (in unseren Augen) die drei derzeit angesagtesten Viertel für junge Leute sind und was die Viertel ausmacht.

Kanutouren auf den Leipziger Gewässern – im Sommer im Grunde Pflicht für jeden,
der neu in die Stadt zieht.
  • Die Südvorstadt

Die Leipziger Südvorstadt gilt als einer der beliebtesten Stadtteile für junge Menschen überhaupt. Fragt man Leipziger nach einer Straße, in der immer etwas los ist, dann nennt wohl jeder die „KarLi“ – die Karl-Liebknecht-Straße. Hier reihen sich Bar an Café und Restaurant. Oft wird an warmen Tagen auch einfach auf dem Bordstein gesessen oder im Open-Air-Kino (Sommerkino auf der Feinkost/ Karl-Liebknecht-Straße 36) ein neuer Streifen bestaunt. Wenn du Lust hast, schnell neue Leute kennenzulernen, ist die Südvorstadt ein gutes Ziel.

  • Lindenau/ Plagwitz

Bei Lindenau und Plagwitz handelt es sich um zwei verschiedene Stadtteile, wir fassen sie an dieser Stelle aber nach dem Motto „Wer Lindenau sagt, muss auch Plagwitz sagen“ einfach zusammen. Die beiden Stadtteile verbindet die mittig verlaufende Karl-Heine-Straße (Achtung: Nicht „KarLI“ nennen, sondern Karl-Heine!) und selbst langjährige Anwohner wissen manchmal gar nicht genau, ob sie sich nun als Lindenauer oder Plagwitzer bezeichnen würden. Man hängt eben auf der Karl-Keine rum und wen juckt es, wo genau im Westen man wohnt?

Die Rolle der KarLi übernimmt im Westen genau diese Karl-Heine, auf der du ebenfalls eine Menge netter Bars und Restaurants und einen schönen Zugang zum Karl-Heine-Kanal findest. Hier kannst du im Sommer wunderschön am Wasser spazieren, Inlinern oder Radfahren. Die Leipziger Baumwollspinnerei – ein einzigartiges Kunstzentrum auf dem ehemaligen Baumwollspinnereigelände mit Galerien, Ausstellungsräumen, Studios und Cafés – ist auch um die Ecke. Für Kunstliebhabende und eher alternative Leipziger sind Lindenau und Plagwitz genau das richtige. Außerdem hast du hier gleichzeitig auch deutlich mehr Ruhe, als etwa in der Südvorstadt.

  • Connewitz

Richtig alternativ und stärker politisch links geprägt wird es aber erst in Connewitz. Anfang der 90er waren hier viele der Häuser besetzt und auch heute noch merkt man dem gesamten Stadtteil seine Alternativität und seinen „Punk“ an. Auch hier geht es ruhiger zu, als in der Südvorstadt, du hast es dorthin aber auch nicht weit. Nette kleine Läden und Restaurants (auch für Veganer) reihen sich an Spätis, um die herum auf der Straße oder in Parks beisammengesessen und über Gott und die Welt geplaudert wird.

Wenn du auf der Suche nach guten Gesprächen und der Nähe zu Aktivisten und der alten Punkszene bist, ist Connewitz dein Stadtteil. Außerdem hast du es nicht weit zu den Leipziger Seen, an denen du dich im Sommer manchmal fühlen wirst, wie weit außerhalb jeglicher deutscher Großstadt.

Die Restaurant-, Bar- und Clubkultur der Stadt erkunden

Besondere Restaurants

Leipzig ist nicht unbedingt für seine gehobene Küche bekannt. Heraus sticht, wenn, dann vor allem das Falco. Das Restaurant befindet sich auf der 27. Etage des Tagungs- und Businesshotels „The Westin“ gleich um die Ecke vom Hauptbahnhof. Nicht nur überzeugt der Stadtblick von hier oben, die Küche wurde 2008 auch als erstes und einziges Restaurant in den neuen Bundesländern mit einem zweiten Michelin-Stern ausgezeichnet.

Doch ein Menü hier gönnt man sich ja nicht alle Tage. Das muss auch gar nicht sein, denn Leipzig hat einige wirklich günstige und tolle Restaurants und Bistros im Angebot. Unsere aktuelle Top 3 haben wir als kleine Auswahl zusammengestellt – du wirst aber sicherlich sowieso schnell deine eigenen Favoriten finden.

  1. Zest

Das Zest in Connewitz ist DAS Restaurant für all die, die der Meinung sind, vegetarische und vegane Gerichte schmecken nicht. Ausgenommen von Käse gibt es hier keine tierischen Produkte. Die braucht es auch nicht, das könnt ihr uns glauben.

  • El-Arabi

Beim El-Arabi in Plagwitz stehen jeden Abend die hippen Anwohner Schlange. Kein Wunder: Die riesigen Pizzen für 5€ das Stück und die Pitas schmecken fantastisch und sind schnell zubereitet.

  • Big Burgester

Das Big Burgester auf der KarLi bietet von morgens bis abends richtig leckere Burger und Pommes auf die Hand an. Inmitten der belebten Straße hängt es sich rund um den Imbiss auch einfach zum Ausruhen und Stärken gut ab.

Die angesagtesten Bars und Clubs

Leipzigs Nachtleben ist fast schon so berühmt, wie das der Hauptstadt. Kein Wunder, denn Clubs wie das Institut für Zukunft (kurz ifz) im Zentrum-Südost versorgen vor allem Liebhaber der elektronischen Musik seit Jahren mit musikalischer Bespaßung, die keine Wünsche offen lässt. Vom hervorragenden Booking des Clubs kannst du dich im eigenen Archiv überzeugen.

Im ifz geht es elektronisch und düster zu. Der Club ist bei Technoliebhabern
inzwischen europaweit bekannt und beliebt.

Zu den coolsten und beliebtesten Bars gehören derzeit wiederum das Noch besser Leben (NBL) auf der Karl-Heine, das Rudi, um die Ecke des NBLs, die Vodkaria im Zentrum, das Sowiewir auf der KarLi und die Gute Quelle in Lindenau.

Was gibt’s sonst noch zu wissen?

  • Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt kannst du bei Bedarf übrigens an einem Tag mit dem Rad abklappern. Wir empfehlen:
  • Das Völkerschlachtdenkmal inklusive FORUM 1813
  • Die Mädler Passage
  • Das Alte Rathaus
  • Das City-Hochhaus mit Aussichtsplattform
  • Die Nikolaikirche
  • Die Thomaskirche
  • Kunst- und Designinteressierte finden im
  • Museum der bildenden Künste (MdbK),
  • der Galerie für Zeitgenössische Kunst,
  • und dem GRASSI Museum

die interessantesten Ausstellungen und Werke.

Außerdem sind die Spinnereirundgänge durch die Galerien der Baumwollspinnerei immer ein echtes Highlight. Auf der Website der Spinnerei kannst du dich zu aktuellen Terminen informieren.

  • Gerade im Sommer gibt es einige nette Plätzchen und Unternehmungen, die du auf dem Schirm haben solltest. Unsere Favoriten:
  • Abhängen auf der Sachsenbrücke: Sobald es warm ist, kommen auf der Sachsenbrücke schon mittags junge Menschen zusammen. Hier wird in Gruppen miteinander ein Bierchen getrunken, Musik gemacht oder es werden Straßenkünstlern bei ihrer Arbeit bestaunt.
  • Sonnen im Lene-Voigt-Park oder im Clara-Zetkin-Park: Diese beiden Parks sind die perfekten grünen Flecke der Stadt, um im Sommer Sonne zu tanken. Der Lene-Voigt-Park ist noch etwas weniger besucht, als der Clara-Zetkin-Park, wobei auch uns zweiterer etwas besser gefällt.
  • Paddeln und Kanufahren auf der Elster oder im Karl-Heine-Kanal: Wer nach Leipzig zieht und nicht einmal die Wasserwege mit dem Kanu oder Boot erkundet, ist selbst schuld. Wir sagen: Einfach machen, sobald die Sonne rauskommt. Es lohnt sich!


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