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Warum der Feminismus von heute eine wütende Bitch sein muss. Ein Plädoyer für Wut.

„Verwandelt […] Wut in politische Macht“ schrieb die schwarze Feministin Alice Walker 1992 in einem Aufruf. Ein Jahrzehnt zuvor kämpften
westdeutsche Feminist*innen gemeinsam im Widerstand gegen Unterdrückung. Es entstand ein wütender, militanter Feminismus.
Die Emotion Wut ist zentral für unsere Gesellschaft. Nur verträgt sie sich nicht mit der konservativen Geschlechterordnung. Denn: Frauen*
dürfen nicht wütend sein. Sie sollen genügsam, einfühlsam, friedfertig sein, um so der Norm und dem Konzept „der Frau“ zu entsprechen. Und
um die patriarchale Gesellschaftsstruktur nicht zu gefährden.
Doch es gibt und gab schon immer wütende Frauen*. Sie wurden als Hexen, Hyänen oder Emanzen sanktioniert, aus der Gesellschaft aus-
geschlossen und verfolgt. Was sie einte: Sie verstanden ihre Wut nicht als irrationales Gefühl, sondern als ein produktives Potenzial zur
Veränderung. Was lässt sich daraus ableiten? Es braucht wütende Feminist*innen. Reale gesellschaftliche Veränderungen kann es nie ohne
Konflikte, Auseinandersetzung und Streit geben.
Der Vortrag wird zu Beginn eine kurze Einführung in das geschlechtsspezifische Konzept von Wut geben. Im Anschluss soll anhand von
Beispielen gezeigt werden, welche Formen des wütenden feministischen Protestes es bereits gab – und was sich daraus für den heutigen
feministischen Kampf mitnehmen lässt.
Erica Zingher studierte Ethnologie und Gender Studies in Berlin sowie Osteuropastudien in Hamburg. Sie arbeitet als freie Journalistin u.a. für
ZEIT ONLINE und lebt derzeit in Berlin. || Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt


Adresse

Windscheidstr. 51
04277 Leipzig

Termin

Donnerstag, 23.05.2019

Beginn

19:00 Uhr

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