Werner Heisenberg in Leipzig: Vom Heisenberg-Schnitt zu vielen Welten

Die vielleicht wichtigste Hürde für ein Verständnis der Quantenmechanik besteht darin, dass die Quantenmechanik uns voraussagt, dass es Überlagerungen z. B. von toten und lebendigen Katzen geben sollte, wir so etwas aber nie beobachten – das sogenannte „Messproblem der Quantenmechanik“.
Heisenberg argumentierte, dass es entscheidend sei, zwischen Messapparat und gemessenem Objekt eine Grenze zu ziehen, was als Heisenbergscher Schnitt bekannt geworden ist. Wesentlich an Heisenbergs Sichtweise ist, dass die Position dieses Schnitts in einem gewissen Maße frei wählbar und dass es unvermeidbar sei, den Messapparat (bzw. den Beobachter) nicht mehr quantenmechanisch, sondern klassisch zu beschreiben. Damit wäre das Messproblem zwar in gewisser Weise behoben, allerdings auf letztlich intransparente Weise.
Dennoch hielt sich diese Sichtwiese lange, was nicht zuletzt daran lag, dass es nicht viel Besseres gab. Spätestens seit den 1980er Jahren haben sich aber mehrere alternative Ansätze etabliert, die eine wirkliche Lösung des Messproblems anbieten.

Prof. Dr. Meinard Kuhlmann wird in seinem Vortrag aufzeigen, worin diese Lösungsansätze bestehen und welche Vor- und Nachteile sie haben. Allen Vorschlägen gemeinsam ist, dass kein sogenannter Kollaps auf eines der möglichen Messergebnisse (z. B. Katze tot oder Katze lebendig) postuliert wird, sondern dass entweder gar kein Kollaps mehr nötig ist oder Kollapse auf der mikroskopischen Ebene genau spezifiziert werden, die sich in transparenter Weise auf die beobachtbare Makroebenen übertragen.

Nächster Termin

Donnerstag, 20.06.2024

Beginn

18:00 Uhr

Ende

19:15 Uhr
Beethovenstr. 6
04107 Leipzig

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