Abschiedsvorstellung von Christian Poewe

V
or acht Jahren kam er nach Magdeburg. Er spielte den Blechmann im „Zauberer von Oz“ genau so leidenschaftlich wie den Riff Raff in der „Rocky Horror Show“, den Settembrini in Thomas Manns Epos philosophischem Epos „Der Zauberberg“ ebenso eindrucksvoll wie den jungen Adolf Hitler in Gorge Taboris „Mein Kampf“. Im Jahr 2000 erhielt er in der Kritikerumfrage der Zeitschrift „theater heute“ eine Nennung als „Bester Nachwuchsschauspieler“.
Und doch verabschiedete sich Christian Poewe im Jahr 2004 von der Schauspielbühne, denn seine große Leidenschaft waren die Musik und die Oper. Und so fing er noch einmal ganz von vorn an und betreute zunächst als Regieassistent viele Inszenierungen des Musiktheaters. Bald schon folgten eigene kleinere Inszenierungen wie Humperdincks „Hänsel und Gretel“ als konzertante Aufführung, die drei Monodramen „Frauen.Stimmen“ und die Kinderoper „Die Braut vom Pluto“ (Deutschsprachige Erstaufführung in Poewes Übersetzung). Zu Beginn der Spielzeit 2008/2009 setzte Christian Poewe am Nordharzer Städtebundtheater die Kinderoper „Die kleine Zauberflöte“ in Szene.
Nun geht Christian Poewes Assistentenzeit dem Ende entgegen, er wird im Sommer das Theater Magdeburg verlassen und fortan als freischaffender Regisseur tätig sein. Am 4. April gibt er quasi seine Abschiedsvorstellung. Und die wird etwas ganz Großes: John Kanders „Cabaret“, das Musical aus dem Berlin der frühen 1930er Jahre. „Mich fasziniert an diesem Stück vor allem der Kontrast zwischen der überbordenden Vergnügungssucht im Berlin dieser Zeit im Angesicht des Schreckens, den die Machtergreifung durch Adolf Hitler voraus wirft“, so Poewe über „Cabaret“. Dieses Musical zu inszenieren war ein großer Wunsch Poewes, den er sich nun, zum Ende seiner Zeit am Theater Magdeburg erfüllen kann. Für ihn, der sowohl in der Schauspielerei als auch in der Musik zu Hause ist, ist ein Musical natürlich auch eine ganz besondere Herausforderung.
Kleines Bonbon am Rande: In einer der Hauptrollen als Conferencier wird Musicaldarsteller Samuel Schürmann zu erleben sein. Er wohnt in Berlin, und zwar genau in dem Haus, in dem der Autor Christopher Isherwood lebte, auf dessen autobiografischen Texten „Cabaret“ basiert. „Eine göttliche Fügung“ so Regisseur Christian Poewe.


Christian Poewe


Fotos: Hans-Ludwig-Böhme

Weiterführende Links

www.theater-magdeburg.de

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