Seit Ende August ist im Kulturhistorischen Museum unter dem recht klobigen Titel „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ eine hochkarätige Ausstellung zur deutschen Geschichte zu sehen. Konkreter Anlass der Exposition ist der 200. Jahrestag des Endes des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das mit der Niederlegung der Reichskrone durch Kaiser Franz II. am 6. August 1806 unterging. Die Schau widmet sich in Magdeburg der Darstellung der Reichsgeschichte zwischen 962 und 1500. Zeitgleich ist im Deutschen Historischen Museum Berlin die korrespondierende und historisch anschliessende Ausstellung zur deutschen Geschichte zwischen 1492 und 1806 zu sehen. Beide Museen richten die Ausstellung zum Heiligen Römischen Reich gemeinsam aus.


Heiltumsschrein

Das Publikumsinteresse ist gross; inzwischen haben allein mehr als 12.000 interessierte Gäste die hochkarätige Schau in Magdeburg besucht. Ausschlaggebend dafür ist nicht zuletzt die gelungene Art der Präsentation und die Vielzahl der einzigartigen Exponate. Beginnend im Obergeschoss, erwarten den Besucher auf zwei Ebenen mehr als 420 Originalexponate, darunter viele Leihgaben aus bedeutenden europäischen und amerikanischen Museen. Der Besucher wird in chronologischer Reihenfolge durch die einzelnen Räume geleitet, die am Eingang jeweils einen kurzen historischen Überblick des behandelten Zeitabschnitts bieten. Die in Vitrinen präsentierten Exponate sind mit kurzen deutschen und englischen Bezeichnungen versehen, um die Zuordnung zu erleichtern. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich mit Hilfe eines Audioführers individuell durch die Räume zu bewegen, der weitergehende Informationen zu einzelnen Ausstellungsstücken bereithält.


Magdeburger Reiter

Einer der Glanzpunkte der Ausstellung in Magdeburg ist die umfangreichste und berühmteste mittelhochdeutsche Liedersammlung: der „Codex Manesse“. In prachtvollen Farben illustriert zeigt er Szenen des höfischen Lebens, die über einen langen Zeitraum die moderne Vorstellung von mittelalterlichem Leben prägten. Es finden sich wohl nur wenige Deutsche, die sich nicht an das Bild Walthers von der Vogelweide erinnern, das in vielen Schulbüchern zur Illustration mittelhochdeutscher Dichtung verwendet wird. Sehr anschaulich zeigt sich das ebenfalls im Hauptmotiv der Ausstellungsplakate, wo man sich für eine Abbildung Kaiser Heinrichs VI. aus dem „Codex Manesse“ entschied.
Im Rahmenprogramm zur Ausstellung finden sich zwei besondere „Leckerbissen“, die sich musikalisch der grossen Heidelberger Liederhandschrift widmen. Das auf mittelalterliche Musik spezialisierte Ensemble „Capella Antiqua Bambergensis“, dem auch die Begleitung der Eröffnungsfeier oblag, stellt am 16. September um 19:30 Uhr im Kaiser-Otto-Saal die Musikinstrumente des „Codex Manesse“ in einem Konzert vor. Am 30. September begleiten die Bamberger Musiker die ebenfalls im Kaiser-Otto-Saal stattfindende Live-Uraufführung des Hörspiels zur bedeutendsten mittelalterlichen Liederhandschrift.

Für alle grossen und kleinen Museumsbesucher hat man sich um ein ganz besonderes Erinnerungsstück bemüht. In einer limitierten Auflage von 20.000 Spielfiguren ist der „Magdeburger Reiter“ als Plastikspielfigur zu erwerben.
Begleitend finden an 11 Korrespondenzstandorten der Ausstellung über ganz Sachsen-Anhalt verteilt abwechslungsreiche Veranstaltungen statt, um die mittelalterliche Geschichte für Besucher lebendig zu machen. Die imposante Schau ist in Magdeburg und Berlin noch bis zum 10. Dezember zu besichtigen.

Gewinnspiel

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Alle Fotos Andreas Klingebiel, pixlux.de

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