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Die Pokalsensation blieb aus. Der 1. FC Magdeburg verlor trotz einer guten Leistung in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 1:4 (1:2) gegen den Bundesligisten Borussia Dortmund. Der BVB musste jedoch ein hartes Stück Arbeit verrichten, um die Regionalliga-Kicker zu bezwingen.
Vor dem Spiel gab es auf dem Rasen das Wiedersehen von FCM- Trainer Dirk Heyne (49) und Dortmund- Coach Thomas Doll (41). Die beiden Fußball-Lehrer spielten früher zusammen in der DDR- Nationalmannschaft und lieferten sich harte Duelle in den Begegnungen zwischen Heynes FCM und Dolls BFC Dynamo. Nach ein paar netten Worten war es jedoch vorbei mit der Herzlichkeit. Die Dortmunder, mit einem Pfeifkonzert im Magdeburger Stadion begrüßt, waren nicht gewillt, Geschenke an den FCM zu verteilen.
Dementsprechend engagiert begannen die Borussen, während die Magdeburger Kicker in den ersten Minuten ihre Nervosität zeigten. Nach einem Freistoß von BVB- Neuzugang Mladen Petric bekommt der FCM das Leder nicht aus dem Strafraum. Ebi Smolarek bedankt sich und netzt eiskalt zum 1:0 für die Dortmunder ein (4.). Ein Schock für die Mannschaft von Dirk Heyne. „Mit dem frühen Gegentreffer ist genau das eingetreten, was wir unbedingt vermeiden wollten“, ärgerte sich Heyne. In der 17. Minute hat auch der FCM seine erste Chance, doch Neuzugang Eric Agyemang schießt knapp am Tor vorbei. Drei Minuten später hat Dortmunds Brasilianer Tinga das 2:0 auf dem Fuß, er vergibt jedoch nach schöner Vorarbeit von Petric aus 19 Metern. In der 30. Minute nimmt das Unheil für den FCM seinen Lauf. Nach einem Befreiungsschlag von BVB- Verteidiger Robert Kovac behindern sich Mario Kallnik und Christian Prest (trifft den Ball nicht) gegenseitig, sodass Dortmunds Fernando Klimowicz unbedrängt aus 11 Metern, über den zu weit vor dem Tor stehenden FCM- Keeper Christian Beer, einköpfen kann. Trainer Heyne angefressen: „Das 2:0 für Dortmund war ein Geschenk.“
Doch nun wurde der FCM stärker und war ein ebenbürtiger Gegner. Einen Kopfball von Dennis Tornieporth kann BVB- Torwart Marc Ziegler gerade noch so über den Querbalken lenken (35.). Dann kam die 43. Minute: Eric Agyemang kann sich gegen die BVB- Abwehr um Christian Wörns und Kovac durchsetzten und stochert den Ball aus Nahdistanz zum 1:2- Anschluss ins Tor. Ein Jubel-Orkan bricht im mit 25300 Fans ausverkauften Magdeburger Stadion los und begleitet beide Mannschaften in die Kabinen.


Foto: Stefan Deutsch

Der FCM kam mit ordentlichem Dampf aus der Kabine und knüpfte an die Leistung Ende der 1. Halbzeit an. Als Tornieporth abzieht und Agyemang im Nachschuss den Ball an den Pfosten setzt, haben die FCM- Fans den Torschrei auf den Lippen, doch der Treffer hätte nicht gezählt – Abseits (47.). Während der FCM weiter Druck auf das Dortmunder Tor macht, sieht man vom BVB fast gar nichts mehr. Der FCM ist dem Ausgleich nun sehr nahe, doch Björn Lindemann scheitert mit seinem Freistoß an Ziegler und Kais Manais Schlenzer aus 21 m geht nur knapp am Tor vorbei. In der 62. Minute verpasst der BVB die Vorentscheidung, da Philipp Degen aus zehn Metern den Ball links am Tor von Christian Beer vorbei schiebt. Agyemang (74.) und Prest (75.) haben die Chance zum 2:2, nutzen diese jedoch nicht. Das wird von den cleveren Dortmundern bestraft. Mladen Petric köpft nach einer Flanke von Sebastian Kehl unhaltbar zum 3:1 für den Favoriten ein – die Entscheidung (75.). Fernando Klimowicz erhöht, nach tollem Doppelpass mit Tinga, in der Nachspielzeit noch auf 4:1.
BVB- Manager Michael Zorc war nach dem Spiel zufrieden: „Wir sind nicht hierher gekommen, um einen Schönheitspreis zu gewinnen. Wir haben gewonnen und sind eine Runde weiter. Wir haben unser Ziel erreicht.“ FCM- Trainer Dirk Heyne war trotz der Niederlage nicht enttäuscht, haderte jedoch mit seiner Defensive: „Nach dem Rückstand haben wir ordentlich nach vorn gespielt. Das Ergebnis ist sicherlich zu hoch, da drei der vier Dortmunder Tore auf unsere Kappe gehen.“ Für Neuzugang Florian Müller (20, von Bayern München II), der bei seiner Auswechslung in der 83. Minute mit Sonderapplaus belohnt wurde, gab es vom Coach ein Extra- Lob: „ Florian hat mit seinen Dribblings dazu beigetragen, dass unser Spiel nach vorn torgefährlich war. Er hat einmal mehr angedeutet, welches Potential in ihm steckt.“ BVB- Trainer Thomas Doll wertete den ersten Pflichtspielauftritt seiner Mannschaft so: „Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, spielerisch muss man jedoch Abstriche machen. Das 4:1 ist zu hoch ausgefallen, es täuscht über den wahren Spielverlauf hinweg. Besonders nach dem 2:0 haben wir nur noch reagiert, anstatt zu agieren. Mitte der 2. Halbzeit stand das Spiel auf des Messers Schneide, da Magdeburg auch mit dem Publikum im Rücken stärker wurde.“

Tino Scholz

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