Deutschlands vielleicht letzter Independent-Held bespielt das Blow-Up!

Am 27. Juni geben Phillip Boa & the Voodooclub eines ihrer zwei vorerst einzigen Deutschlandkonzerte 2008 im Magdeburger Blow-Up! Club. Wir haben den Mann des Geschehens schon einmal im Vorfeld befragt und erhielten interessante Erkenntnisse über sein Verhältnis zu Magdeburg, seiner Familie und sich selbst.

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Phillip, wieviel erlebt man von den Städten, die man auf Tournee bespielt?

Phillip:

Man merkt alleine schon die Konzerte selbst; ob sie funktionieren oder nicht. In Magdeburg war das noch nie so richtig gut – bis jetzt. Früher vielleicht einmal, da waren ein oder zwei Gute dabei. Die letzten fand ich nicht zufriedenstellend. Also ich muss nach einem Konzert immer vollkommen glücklich sein und merken, dass die Leute glücklich nach Hause gehen und sich in dem Konzert verloren haben. Eine Einheit aus Band, Musik und Zuschauern – egal ob man nun ganz vorn, hinten in der Ecke oder eben oben steht – muss vorhanden sein, diese Magie. Und ich hoffe, dass die diesmal da ist. Wir haben auch extra eine Verlegung in eine größere Halle abgelehnt.

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Du schienst in den letztem Jahren quasi mit dem Alter auch deinen persönlichen Veröffentlichungsrhythmus gefunden zu haben.

Phillip:

Eigentlich nicht, ich suche den auch nicht. Was ich will, ist, alle zwei Jahre eine Platte rauszubringen und ich glaube, sogar mehr gemacht zu haben. Gerade nehme ich auch eine Neue auf und das ist mir persönlich auch wichtiger als lange an einer einzigen Platte zu arbeiten. Normalerweise veröffentlicht man heutzutage nur alle drei Jahre ein Album und macht dann dafür aber monatelang Werbung und TV-Promotion. Das will ich nicht mehr. Mir ist die Zeit mit meiner Familie wichtiger. Das ist mein Lebenssinn und das liebe ich.

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Dein erstes Album erschien 1985 – äußern sich deine Einflüsse noch 23 Jahre später?

Phillip:

Ja natürlich. Mein Leben ist ja kein Paradies. Ich schlafe oft schlecht und das Leben ändert sich auch ständig. Aber das finde ich auch gut, denn genau das brauche ich um mich herum; alles was in der Welt passiert. Das sauge ich in mich auf. Mich fasziniert das im Inneren.


Foto: Olaf Heine

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Ist so eine gewissermaßen gebrochene Persönlichkeit auch eine Grundvoraussetzung für Kunst überhaupt?

Phillip:

Das kann ich dir nicht sagen. Aber es gibt von mir auch Lieder, die sind komplett fiktiv und erfunden – die Figuren oder die Inhalte –, selbst in denen sind noch sehr persönliche Momente herauszulesen.

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Welche Richtung wird da dein neues Album einschlagen?

Phillip:

Der persönliche Kontakt entsteht erst. Es darf aber in jedem Fall keine Widerholungen geben. Aber das fällt mir auch nicht schwer, das gelang mir immer gut. Es muss auch keine 100%ige Indiemusik sein.

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