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Plakatkampagne: jung.weiblich.engagiert in Sachsen-Anhalt

Ehrenamtliches Engagement ist in vielen Bereichen möglich, in den seltensten Fällen wird jedoch sichtbar, wo und wie sich die Menschen einsetzen. Der Landesfrauenrat will dies in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendring, der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Hochschule Merseburg ändern. Seit dem 10.09.2013 könnt ihr die großformatigen Plakate in Magdeburg sehen.

Seit gestern, 10.09.2013 hängt das erste Plakat der Kampagne „jung.weiblich.engagiert in Sachsen-Anhalt“ am Hasselbachplatz, Richtung Hallesche Straße. Zu sehen ist Christina, die sich im Förderverein Stadtbad Zörbig e.V. stark macht. „Ich finde es toll, mich vor Ort zu engagieren, an Plätzen, wo wir selbst und auch der Freundeskreis leben. Klotzen statt Motzen heißt die Devise“, sagt sie über ihre Arbeit. Der Slogan der Plakate setzt sich immer aus einem kurzen Statement der jeweiligen Frau und dem Zusatz „-kannst auch du“ zusammen. Fünf weitere junge Frauen und Mädchen sind auf großen und kleinen Plakaten bis 20.09.2013 in Magdeburg zu sehen. Halle und Merseburg sind die nächsten Städte, die mit den Plakaten bestückt werden.

Initiator und Ideengeber des Projekts ist der Landesfrauenrat Sachsen-Anhalt. Die Kampagne will der Abwanderung und dem demografischen Wandel im Land Sachsen-Anhalts entgegen wirken. „Wir haben Ehrenamt als wichtigen Haltefaktor identifiziert und möchten, dass sich noch mehr junge Menschen ehrenamtlich engagieren“, sagt Cornelia Lüddemann, die stellvertretende Vorsitzende des Landesfrauenrats.

„Über Bilder kann man Emotionen hervorrufen“

 

Die Idee, weibliches Ehrenamt sichtbar zu machen, kam dem Landesfrauenrat bereits im letzten Jahr. „Es ist ein Folgeprojekt der Kampagne ‚Wir sind hier’“, erklärt Projektleiterin Yvonne Most. Bei der Wanderausstellung „Wir sind hier“ wurden Frauen portraitiert, die gern in Sachsen-Anhalt leben und arbeiten. Die Fotografien konnte man sich beispielsweise 2012 im City Carré anschauen.

Auch das aktuelle Projekt arbeitet mit der Fotografie und zeigt Einzelportraits starker Frauen und Mädchen in Sachsen-Anhalt. „Das ausgewählte Medium ist schön. Über Bilder kann man super Emotionen hervorrufen“, erklärt Cornelia Lüddemann. „Die letzte Kampagne hat vor allem gestandene Frauen angesprochen. Wir haben jetzt überlegt, wie wir die Zielgruppe der jungen Frauen und Mädchen erreichen, die noch keinen festen Job haben“, sagt Eva von Angern, Vorsitzende des Landesfrauenrats.

„Was an Engagement da ist, sollte auch gezeigt werden“

Das Kernteam des Projekts setzt sich aus vier Frauen zusammen, die größtenteils ehrenamtlich arbeiten: Eva von Angern, Cornelia Lüddemann, Daniela Suchantke (Geschäftsführerin) und Yvonne Most, die als temporäre Projektleiterin gewonnen werden konnte. Der Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V. wurde als erster Kooperationspartner geworben. „Viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, sehen es als selbstverständlich an und denken, dass es nichts Besonderes ist. Was an Engagement da ist, sollte auch gezeigt werden“, sagt Olaf Schütte, der im Vorstand des Kinder- und Jugendrings arbeitet. 

„Das reale Bild einer starken Frau unterscheidet sich doch stark von den Klischees“

Weitere Kooperationspartner des Projekts sind die Hochschulen. Die Hochschule Merseburg gestaltete beispielsweise die Website, die ein Netzwerk schaffen soll. „Wir möchten ein Türöffner für zukünftiges Ehrenamt sein und wollen, dass die jungen Menschen sich im Internet austauschen“, beschreibt Cornelia Lüddemann die Motivation der Website. Auch die Hochschule Magdeburg-Stendal war an dem Projekt beteiligt. Studenten der Hochschule fotografierten die jungen Mädchen und Frauen. „Die Plakate sind wichtig, um dazu anzuregen das Frauenbild zu überdenken. Das reale Bild einer starken Frau unterscheidet sich doch stark von den Klischees. Wir freuen uns, dass wir als Hochschule dieses Projekt begleiten können“, erklärt Prof. Dr. Anne Lequy, die im Fachbereich Kommunikation und Medien und als Prorektorin im Bereich Studium und Lehre tätig ist.

„Wir zeigen mit den Plakaten auch, was auf dem Spiel steht“

„Jung.weiblich.engagiert in Sachsen-Anhalt“ ist vor allem ein Projekt des Jahres 2013. Ob es Folgeprojekte dieser Art geben wird, kann bisher niemand sagen. „Wir arbeiten fast ausschließlich im Ehrenamt und man muss immer genau gucken, wie man die Kräfte verteilt. Bei der Kampagne hatten wir Glück und haben Gelder genehmigt bekommen, um Yvonne Most temporär als Projektleiterin einzusetzen. Das war uns wirklich eine große Hilfe“, beschreibt Eva von Angern die begrenzten finanziellen Möglichkeiten, die dem Landesfrauenrat für die Realisierung solcher Projekte zur Verfügung stehen. „Die ganze Arbeit und Kraft hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Wir zeigen mit den Plakaten auch, was auf dem Spiel steht, wenn im Bereich der Bildung immer mehr gespart wird“, sagt Cornelia Lüddemann abschließend.

Alle Infos zum Projekt und zum Thema Ehrenamt in Sachsen-Anhalt bekommt ihr hier und auf der Facebook-Seite der Kampagne.

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