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Die Nachtschwärmer als Sternenfischer auf der Suche nach dem Glück

Sternenfischer – Kreuztonart auf Kaperfahrt“ ist der Titel des neuesten Programms der „Nachtschwärmer“ Ulrike Nocker, Matthias Krizek und Oliver Vogt auf dem Theaterschiff. Die Premiere ging am 12. August über die Schiffsplanken der „Marco Polo“. Und schon dieser Untertitel macht deutlich, was die Zuschauer erwartet: ein bisschen Illusion, ein bisschen Piraterie, ein bisschen Suche nach dem Glück und viel Musik. Dem Trio ist mit Unterstützung von Regisseur Knut Müller-Ehrecke und der „Textlieferanten“ Peter Hofmann und Sabine Münz ein stimmiger maritimer Abend gelungen.

„Wer an diese Welt nicht mehr glaubt, muss sich andere Sterne suchen.“ Auf diese Suche nehmen die „Nachtschwärmer“ ihr Publikum mit. Und dabei machen die drei Künstler vor allem das, was sie am besten können: Musik. Es wird viel gesungen, vor allem der zweite Teil des Programms kommt nahezu gänzlich ohne Wortbeiträge aus. Das ist ein bisschen schade, denn im ersten Teil beweisen die drei durchaus schauspielerisches Potential. Und so war auch nicht zu Unrecht ein Wortbeitrag, bei dem die Nachtschwärmer zusammen mit der gesamten Crew und dem Publikum Zungenbrecher zum Besten geben, einer der Programmhöhepunkte, der mit viel Beifall bedacht wurde. Wünschenswert wäre, dass die „Nachtschwärmer“ noch das eine oder andere Mal das für sie sichere Terrain der Musik verlassen und mehr Mut zum Schauspielern haben. Denn immer, wenn sie diesen Mut aufgebracht haben, wurde es ihnen von den Zuschauern mit besonders viel Applaus gedankt. Ein Beispiel: Wenn Ulrike Nocker als völlig überdrehte „Dame“ singt und spielt(!) „Ich bin ein glücklicher Mensch“, ist auch dies einer der Programmhöhepunkte. Wenn sie dagegen die um vieles bekanntere „Seeräuber-Jenny“ aus der Dreigroschenoper singt, dabei aber völlig ohne Mimik und Gestik agiert, bleibt die Emotion doch etwas auf der Strecke. Wunderbar gesungen, doch hier fehlt das Spiel!

Dabei haben die Nachtschwärmer an vielen anderen Stellen im Programm doch bewiesen, dass sie nicht nur singen, sondern eben auch spielen können. Und dass sie humoristische Talente haben: Matthias Krizek wird von Mozarts Vogelfänger zum Sternenfischer, Oliver Vogt zum James Bond, der als Klavierspieler ziemlich gefährlich lebt, Ulrike Nocker philosophiert sehr unterhaltsam über den Mann im Mond.


Fotos: Lars Frohmüller

Und doch hat das Programm auch leise, besinnliche und melancholische Momente. So singt Matthias Krizek von der Sehnsucht nach der Kindheit und wenn sich die drei Künstler gleich zu Beginn des Abends auf die Suche nach den Sternen begeben, erzählen sie Geschichten von Menschen, die in dieser Welt drohen zu scheitern: „Wer an diese Welt nicht mehr glaubt, muss sich andere Sterne suchen.“

Fazit: Der neue Abend der „Nachtschwärmer“ ist ein Abend mit kulinarischen und musikalischen Genüssen, mit einem Drei-Gänge-Menü vom Smutje der MS „Marco Polo“ und einem heiteren, aber auch besinnlichen Theaterprogramm von den Nachtschwärmern. Ein Tipp für alle, die laue Spätsommerabende auf der Elbe genießen und dabei Theater erleben möchten.

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