Teil 6 der Reihe zum SWM MusiCids Finale

Pop. Ein seltsam belastetes Wort. Pop wickelt dich um den Finger und das nervt. Oftmals gibt es noch nichtmal ein Entkommen, egal wie schlimm oder peinlich ein Ohrwurm ist. Aber Pop kann auch anders. Pop kann taktlos[glücklich] sein, bevorzugt auch „Schweigen Ist Gold“, und heißt dann Gitarrenpop. Dieser ist ein bunter Mix aus gefühlvollen Stilvariationen mit ebend der Gitarre, in ihrer Einfachheit tollen Texten und Authenzität. Dem kann man sich nicht entziehen und will man wohl auch nicht. Dass es die MusiCids Jury beim dritten Vorausscheid genauso sah und Jens, Fabian und Alex und zu den Siegern kürten, ist Anlass eines Telefoninterviews mit dem taktlos[glücklich] während der Vorbereitungen.

Jens:

Och nein. Wir machen gerade ganz entspanntes Proben …

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Und wie ist die derzeitige Form?

Jens:

(lacht) Die ist ganz gut denke ich. Wir üben gerade die ganzen Kleinigkeiten, die wir als kleine Überaschung einbauen werden aber erwarte keine großen von uns. Wir wollen da nur wir sein und spielen ganz natürlich. Der Fabian macht hier hinter den Kulissen immer so einen Witz, von wegen wir würden nur keine Backgroundsängerin wollen, die sich nackig auszieht. Stimmt aber auch.

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Ihr probt also schon das ganze Finale. Wie wird die Setlist aussehen?

Jens:

Nun wir haben die Songs sogar schon komplett bei Heartdisco aufgenommen …

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Das wird dann sicherlich für die “Schweigen Ist Gold EP” gewesen sein oder?

Jens:

Ja, das ist richtig. Die Songs etwa haben wir da alle aufgenommen. Also wir haben drei sozusagen alte Songs vom ersten Ausscheid und einen komplett neuen. An den dreien haben wir aber noch einiges gefeilt und sie erscheinen umarrangiert.
(Anm.d.V.: Den Kauf der EP sollte man auf jeden Fall schon alleine für den Titeltrack in Erwägung ziehen, denn das ist ein kleiner Pophit mit Witz und völlig unpeinlichen Wortspielen in deutscher Sprache.)

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Nun seid Ihr ja mit Vit-Armin B zusammen die einzigen Künstler, die deutsch singen und dazu seid Ihr auch wiederum mit Armin die mit Abstand doch bekanntesten. Zumindest kennt man Euch schon länger in Magdeburg. Meint Ihr, dass ist von Vorteil für das Finale?

Jens:

Naja so großartig bekannt sind wir nun auch nicht. Aber gut 2007 haben wir viel für den Bekanntheitsgrad getan. Das ist aber nebensächlich, weil wir Spaß auf der Bühne haben wollen und den auch zeigen. Und wir geben uns dem Publikum so wie wir sind und zeigen auch, dass es unsere Songs sind; dass wir da nicht einfach etwas spielen; dass wir wirklich immer so sind. Deswegen machen wir auch nicht soetwas besonderes für den 1. September.

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Habt Ihr nicht trotzdem alleine schon durch Eure Art einen Sympathiebonus?

Jens:

Haha. Hmm, vielleicht. Ich hoffe ja. (lacht) Wir sind ja auch sehr nett … gerade zum Publikum. So muss man besonders am Anfang auch sein.

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Ach später als Star kann man dann arrogant sein?

Jens:

Nein … nein, das sollte man unserer Meinung nach sowieso nie sein.

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Denkt Ihr eigentlich auch über die anderen Bands als Konkurenten nach?

Jens:

Da machen wir uns keine Gedanken darüber. Also das heißt eigentlich nur, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren und dabei versuchen uns nicht selber aufzuregen. Das ist irgendwie eine Überzeugung von uns.

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Gab es eigentlich eine Kritik beim Vorausscheid, die Euch so richtig gewurmt hat; die Euch nochmal besonders motiviert es dem Kritiker zu beweisen?

Jens:

Naja, eine große schlechte Kritik gab es, Gott sei Dank, nicht. Und wir versuchen dann bei Kritiken auch nachzufragen, weil so ein: „Ach, das habt ihr schon ganz gut gemacht.“, nützt uns ja gar nichts. Wir wollen konstruktive Kritiken. Aber darüber machen wir uns wirklich keine Gedanken.

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Nehmt Ihr dann das Finale überhaupt ernst? Ihr meintet ja auch schonmal, dass alles ganz und gar nicht „verbissen“ zu sehen.

Jens:

Na so darf man das auch nicht sehen. Wir strengen uns natürlich an. Gerade nachdem wir letztes Jahr so kläglich im Vorausscheid gescheitert sind. Damals waren wir wirklich verbissen aber halt auch grün hinter den Ohren. Also nehmen wir das als Ansporn für dieses Mal und sehen das ganze nicht zu locker.


Gestatten, taktlos[glücklich].

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Wie war es denn nun mit der Radiosingle und ihrer Produktion?

Jens:

Naja, wir hatten gewissermaßen den Nachteil, dass wir zuletzt aufgenommen haben, da es zeitlich einfach nicht anders ging. Daher stand unser Song auch erst später zu Verfügung. Aber ich meine das war ja unser Ziel mit MusiCids: einmal ein Stück richtig professionell aufzunehmen und dann im Radio gespielt zu werden. Als wir ihn dann das erste Mal im Radio hörten war das ein geiles Gefühl.

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Ihr wart vor kurzem auf dem Highfield Festival. Wie hat es Euch gefallen?

Jens:

Sehr, sehr cool. Jimmy Eat World waren toll. Millencollin auch und Tocotronic sowieso.

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Habt Ihr Euch denn auch Inspirationen geholt für Euren großen Auftritt?

Jens:

Oh das ist gut. Nunja, Biffy Clyro haben mich sehr positiv überascht. Die waren ja auch nur drei, von daher war es schon toll und inspirierend zu sehen, wie die ihre Energie auf die Bühne transportieren. Und was der Typ an der Gitarre konnte … wow. Das war so ein Zwölf-Uhr-Mittags-Konzert, wo es einfach mal vielzu leer für so eine tolle Band war. Aber das gehört irgendwie auch zu Festivals: Dieses Entdecken neuer Bands und man kann wunderbar ablesen wer demnächst groß rauskommt. Bei Madsen etwa war es auf dem Hurricane 2005 ähnlich – man kannte bis dato nur die „Perfektion“ und dann sind wir da hin und der Sound war so toll und Madsen jetzt groß.

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Denkt Ihr eigentlich auch mal darüber nach, auf einer solchen Karrierestufe samt Festivalbühnen zu stehen?

Jens:

Hmm, also erstmal versuchen wir das Umland fün uns zu erspielen. Magdeburg umgehen wir ein wenig, weil wir Angst haben die Leute denken so langsam: „Och, nicht schon wieder taktlos[glücklich].“ Da war das in Sarajevo etwas absolut besonderes.

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Bringt Ihr eigentlich genug Fans für den Publikumspreis mit?

Jens:

Na wir hoffen ja echt, dass eine ganze Menge kommen. Wir haben ja auch immer Werbung gemacht und alle Freunde haben schon zugesagt. Wir hoffen auch den Radionachteil dadurch auszugleichen.

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Mal was ganz anderes: Freut Ihr Euch schon auf den Backstage Whirlpool in der Factory?

Jens:

Was, da gibt es einen Whirlpool?! Wusste ich noch gar nicht aber gut, da war ich ja auch noch nie drin. (Er ruft nach hinten:) Hey Jungs, da gibt es einen Whirlpool in der Factory also Badehos mitnehmen! Ich meine das ist ja auch wieder sowas tolles, was wir erreicht haben: In der Factory zu spielen.

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Zum Abschluss: Gibt es vor dem Finale noch einen Gig mit Euch?

Jens:

Ja und zwar bei der Neueröffnung des ehemaligen Souly Son als Elements Club. Wir spielen gegen 22 Uhr.
(urbanite-Tipp: Schon vorher zum Club kommen, denn bis 22 Uhr ist der Eintritt umsonst.)

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